Keglerinnen des TSV Betzigau spielen in Ingolstadt um den Aufstieg in die erste Bundesliga Ost

In Zurückhaltung die Nummer 1 Von Martin Peter Betzigau Die Zweitliga-Keglerinnen des TSV Betzigau haben schon vor dem Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die erste Liga am Sonntag gewonnen: Den Preis für die größtmögliche Zurückhaltung. Denn genau die wird von den Frauen um Trainerin Ingrid Eichler derzeit nur zu gern betont. Aufstieg in die erste Liga? 'Nun mal langsam', sagt die 53-jährige Eichler. 'Wir haben ja nicht mehr damit gerechnet, überhaupt noch um den Aufstieg mitspielen zu dürfen.' Dass es dennoch soweit kam, führen die Allgäuerinnen auf die Nervenschwäche der Konkurrenz zurück - und auf ihre eigene, furiose Aufholjagd.

Vier Team punktgleich

'Das Team von Poing hatte drei Spieltage vor Saisonenden sechs Punkte Vorsprung. Da waren wir eigentlich schon raus aus dem Aufstiegsrennen', resümiert Robert Schmid, Abteilungsleiter Kegeln im TSV Betzigau. 'Aber dann haben die plötzlich kein Spiel mehr gewonnen.' Nutznießer der Nervenschwäche des Favoriten waren aber nicht allein die Allgäuerinnen, die ihre letzten fünf Partien allesamt gewannen, sondern auch die Schützengilde Bayreuth und Steig Bindlach. Die vier Teams schlossen die Runde punktgleich ab und treten am Sonntag in Ingolstadt zu einem fast schon historischen Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Bundesliga Ost an.

'Ich wüsste nicht, dass es das schon einmal gegeben hat', sagt Robert Rammler, Spielleiter aller Bundesligen im Deutschen Keglerbund Classic (DKBC). 'Normal ist, dass bei Entscheidungsspielen zwei, eher sogar drei Mannschaften antreten. Vier sind dann aber doch eine absolute Ausnahme.' Für ihn und den Verband aber kein Problem, im Gegenteil: 'Es wird doch für alle noch spannender', freut sich Rammler. Im Gegensatz zu den Beteiligten aber verzichtet er auf Zurückhaltung und gibt unumwunden zu: 'Für mich ist Betzigau ganz klarer Aufstiegsfavorit.'

Ganz so mag Ingrid Eichler das nicht sehen, auch wenn die Konkurrenz zuletzt mit Personalproblemen zu kämpfen hatte. 'So leicht lassen wir uns nicht zum Favoriten erklären, das baut nur unnötig Druck auf.' Und gerade den will die 53-Jährige ihrem Team nehmen. 'Die Welt geht nicht unter, wenn wir nicht aufsteigen. Es ist vielmehr eine Freude, überhaupt noch soweit gekommen zu sein.' Gleichwohl ist sie sicher, dass der TSV an die Form der vergangenen Spiele anknüpfen kann und erneut eine gute Leistung abliefern wird. 'Wir sind jedenfalls sehr motiviert.' Vieles spricht für den Aufstieg der Keglerinnen aus Betzigau, wenngleich die Planungen bisher nicht auf die erste Bundesliga ausgerichtet waren. 'Wir hatten einfach nicht mehr dran geglaubt, doch noch eine Chance zu erhalten', sagt Schmid. Dennoch ist der TSV Betzigau gewillt, den mit einem Aufstieg verbundenen Mehraufwand auch zu finanzieren. 'Sollten wir den Aufstieg sportlich schaffen, dann ist es unsere Aufgabe als Verein, dem Team das auch zu ermöglichen', gibt Schmid klar zu verstehen.

Weite Auswärtsfahrten warten

Die steigenden Kosten, die der Aufstieg in die erste Bundesliga Ost mit sich bringen würde, sind im Wesentlichen auf die weiten Auswärtsfahrten zurückzuführen. 'Von den zehn Teams in der Liga kommen gleich sechs aus den neuen Bundesländern, der Rest aus Bayern', sagt Rammler. Da zwei der vier bayerischen Teams im Norden des Freistaates angesiedelt sind, müssten die Frauen selbst im Idealfall mehr als 200 Kilometer für ein Auswärtsspiel zurücklegen.

'Das Spiel gegen Ingolstadt wäre dann ein Derby', sagt Schmid. Erstmal geht es für den TSV Betzigau aber darum, am Wochenende zu gewinnen. Dann wären sie nicht nur in Sachen Zurückhaltung die Nummer eins.

iDer TSV setzt für das Spiel einen Fanbus ein. Abfahrt ist am Sonntag um 9 Uhr am Schulparkplatz in Betzigau. Infos unter der Telefon: 0831/5706160.

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