Kaum Impfstoff im ungefährdeten Gebiet

Von doris Mayr/Eva Büchele | Ostallgäu Durch den Winter, der eigentlich keiner war, haben sich die Zecken explosionsartig vermehrt. 'Damit hat die Pharmaindustrie nicht gerechnet', sagt Apotheker Gerhard Stöferle von der Forggensee-Apotheke in Roßhaupten. Trotzdem sind im Ostallgäu noch keine Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) aufgetreten, beruhigt Dr. Johann Gundel, Leiter der Abteilung Gesundheitswesen am Landratsamt Ostallgäu. Das ist keine Überraschung, denn der Landkreis zählt wie das Unter- und Oberallgäu nicht zu den FSME-Risikogebieten. Trotzdem sollte ein Zeckenbiss nicht unterschätzt werden. Davor warnt auch Dr. Gundel. 'Zecken können auch Borreliose übertragen und die tritt häufiger und überall auf', erklärt er.

Viele Impfungen

Obwohl das Ostallgäu nicht zu den FSME-gefährdeten Gebieten gehört, wie auch Füssens Ärztesprecher Dr. Heiko Thiele mehrfach betont, haben sich viele Einheimische gegen FSME, die auch als Hirnhautentzündung bezeichnet wird, impfen lassen. Jetzt wird in ganz Deutschland - auch in Füssen und Umgebung - der Impfstoff knapp. Die Pharmaunternehmen kündigten zwar laut Apotheker Gerhard Stöferle an, erst im Herbst oder Winter Nachschub zu liefern. Er hoffe aber, dass in Kürze wieder Impfsstoff verfügbar ist. 'Immer wieder hört man, dass in größeren Gebieten noch etwas vorhanden ist. Wir sitzen auf Nadeln', sagt er und drückt damit seine Ungeduld aus.

Keine Lieferung erhalten

Auch die Rathaus Apotheke in Pfronten hat keine Lieferung mehr erhalten. 'Obwohl wir frühzeitig bestellt haben', berichtet Sabine Göttl. Alle Reste sind aufgebraucht. Und eine Produktion des Impfstoffes dauere fünf bis sechs Monate.

Wald und Wiesen gefährlich

Besonders wichtig sei ein FSME-Impfschutz für Personen, die in Risikogebiete reisen, betont Gesundheitsexperte Gundel. Gefährdet seien laut Thiele Personen, die durch Wald und Wiesen spazieren. 'Hier rate ich zu einer Impfung.' Zwar könne der Wirkstoff Nebenwirkungen haben, die seien aber im Normalfall ungefährlich. 'Man sollte eine Impfung aber bei einer Erkältung oder Fieber vermeiden', erklärt der Mediziner.

Thiele betont aber auch, dass die Impfung nur vor FSME, nicht aber vor Borreliose schütze: 'Gegen diese bakterielle Erkrankung kann nicht geimpft werden. Sie ist jedoch mit Antibiotika behandelbar.' Symptome für eine Hirnhautentzündung seien massive Kopfschmerzen, Bewusstlosigkeit oder Zustände wie bei Rheuma. 'Das ist aber wie gesagt in unserer Gegend nicht vorgekommen', sagt der Ärztesprecher.

Zangen und Zeckenkarten

Zum Entfernen des Tieres empfiehlt Thiele, das Tier möglichst tief an der Wurzel zu packen. 'Als Hilfsmittel gibt es Zangen und Zeckenkarten.' Zur Vorbeugung gebe es zudem Mittel zum Einreiben, die Zecken durch Duftstoffe fernhalten - 'bevor man solche Mittel kauft, sollte man sich sehr genau vom Apotheker beraten lassen'.

Informationen im Internet

beim Robert-Koch-Institut unter www.rki.de

Dort findet man unter Infektionskrankheiten eine Deutschlandkarte, in der alle Risikogebiete markiert sind.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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