Kaufbeuren als Modell für den Bund

Von Markus Bär | Kaufbeuren Insgesamt 35 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren voraussichtlich auf dem Kaufbeurer Fliegerhorst investiert werden. Das betonte der Kommandeur des Standortes, Oberst Detlef Thull, gestern Nachmittag beim Neujahrsempfang der Bundeswehr und der Stadt Kaufbeuren vor rund 400 Gästen aus Politik, Militär, Verwaltung, Wirtschaft und dem öffentlichen Leben.

Thull zeigte sich erfreut, dass endlich Klarheit für die Zukunft des Standorts herrscht. Wie berichtet, gab es jahrelang keine Entscheidung darüber, ob die Kaufbeurer Luftwaffenschule in eine Kooperation mit der Industrie treten soll - oder aber weiter selbstständig bleibt. Inzwischen hat das Verteidigungsministerium Letzteres entschieden. Die Schule soll sich 'nun selbst optimieren'. Das heißt: Die Organisation wird verschlankt, eine mittlere Führungsebene abgeschafft, was zu einer Reduktion des Personals am Standort von 70 Kräften führt. Der Schulbetrieb soll noch weiter intensiviert werden.

'Gleichzeitig ist nun aber klar, dass der Standort Kaufbeuren sicher ist', so Thull. 'Damit werden auch weiterhin über 1000 Menschen auf dem Fliegerhorst ihre Arbeit haben', ergänzte Thull. In der Zeit von 2008 bis 2011 sollen fast 13,2 Millionen Euro nach Kaufbeuren fließen. Damit werden unter anderem die alten Unterkünfte der Soldaten abgerissen und neu gebaut. Das sei den Expertisen zufolge wirtschaftlicher, als zu sanieren.

Richtungsweisender Charakter

Für die Zeit nach 2011 sind dann weitere 22 Millionen Euro für Kaufbeuren angemeldet, wie die Wehrbereichsverwaltung Süd in Stuttgart der Allgäuer Zeitung mitteilte. Wenn sich der neue Weg in Kaufbeuren als praxistauglich erweise, 'dann wird dies richtungsweisenden Charakter für die zukünftige Organisation von Ausbildungseinrichtungen haben', prognostizierte der Kommandeur. 'Hier könnte sich ein ressourcensparendes Kaufbeurer Schulmodell für die Bundeswehr entwickeln.'

Der Umbau vollziehe sich bei vollem Ausbildungsbetrieb. Immerhin kommen jedes Jahr 4000 Lehrgangsteilnehmer aus ganz Deutschland nach Kaufbeuren. Was mit dem Sanitätsmaterialdepot in Neugablonz wird, das Mitte 2008 aufgelöst und nach Sigmaringen verlagert wird, sei derzeit noch nicht klar, so Thull weiter. Der Oberst bedankte sich zudem auch heuer für die traditionell guten Beziehungen zwischen Luftwaffenschule und Stadt.

Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU) gab einen Rückblick auf die vergangenen Jahre. Die Situation für Kaufbeuren sei immer besser geworden, die Arbeitslosigkeit inzwischen sehr niedrig. Der vierspurige Ausbau der Bundesstraße 12, für Kaufbeurens Wirtschaft sehr wichtig, sei von der Staatsregierung zugesagt und bis 2015 zu erwarten. Auch soziale Faktoren sind für Bosse von Bedeutung. So wies er auf den Bau einer neuen Kinderkrippe in Kaufbeuren hin.

Im Zusammenhang mit der möglichen Ansiedlung des Hydraulikherstellers HAWE meinte Bosse, dass Buchloe und Kaufbeuren noch im Rennen seien. 'Ich hoffe, Kaufbeuren bekommt den Zuschlag. Aber wenn er nach Buchloe geht, dann ist das auch gut, dann gewinnt die Region.' Wie berichtet, sind neben den beiden Städten noch Landsberg und zwei ostbayerische Standorte in der Auswahl.

Oberst Thull beförderte Bosse schließlich scherzhaft zum 'Oberstbürgermeister'. Dieses Kunstwort geht auf die Verlegenheitslösung eines Sprechers im Offiziersheim zurück, der nicht wusste, ob er zunächst den Oberst oder aber den OB begrüßen sollte - und sich schließlich mit dem Kunstgriff 'Oberstbürgermeister' half.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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