Tierschutz
Katzenflut: Kastrationspflicht gefordert

Aus einem Katzenpaar können rein rechnerisch in sieben Jahren 420000 Nachkommen entstehen, sagt die Tierschutzorganisation Peta. Durchschnittlich bekommt eine Kätzin zweimal im Jahr fünf Junge - stirbt ein Wurf, auch dreimal. Tierschützer befürworten daher die Kastration von Freigänger-Katzen. «Das ist ein Muss. So gehts nicht weiter», sagt Anita Böck. Sie ist Vorsitzende des Vereins «Zuflucht für Tiere im Allgäu», bei dem besonders zu den Wurfzeiten jetzt im Frühjahr und im Herbst etliche ungewollte Katzen-Welpen landen.

Die Tierschützerin weiß, dass es vielen Haltern «keinen Spaß macht, kleine Katzen zu töten. Trotzdem heißt es gerade auf dem Land oft: Das hat man schon immer so gemacht», berichtet sie. Mittlerweile aber sei eine stetig wachsende Zahl von Katzenhaltern von einer Kastration überzeugt. «Es wird besser», sagt Böck und ist froh darüber, denn die sich wild vermehrenden Streuner seien oft verwahrlost und krank.

Um die Katzenflut zu reduzieren, veranstaltet die Zuflucht für Tiere Kastrations-Aktionen mit günstigeren Preisen für den Eingriff. Wichtig dabei: «Wir kastrieren alle Tiere eines Besitzers, nicht nur einzelne», sagt Böck. Das Argument, kastrierte Katzen würden weniger Mäuse fangen, lässt sie nicht gelten. Im Gegenteil: «Wenn Katzen keine Jungen haben, jagen sie oft mehr, weil sie mehr Zeit dazu haben.»

Über 100000 Katzen im Allgäu

Wie viele Katzen derzeit durchs Allgäu streifen, ist kaum zu fassen. Im Bundesgebiet leben laut dem Industrieverband Heimtiere 8,2 Millionen in 6,6 Millionen Haushalten. Anhand der Einwohnerzahl herunter gebrochen, bedeutet das für die Region theoretisch 106000 Katzen. Dazu kommen verwilderte Tiere und davon «gibt es im Allgäu Unmengen. Man sieht sie oft nicht, weil sie sehr scheu sind», sagt Böck.

Diese Streuner kastriert die Zuflucht für Tiere zwar und prüft ihre Gesundheit, sucht aber kein neues Zuhause für sie.

«Sie sind unvermittelbar», sagt die Vereinsvorsitzende und gibt zu bedenken: «Die Frage ist auch, ob es für die Katze nicht besser ist, wie gewohnt frei zu leben? Man darf nicht alles einsperren.» Vielen Katzen gehe es draußen gut. Dann sollten sie dort bleiben dürfen - allerdings nur, wenn sie trotzdem mit Futter und Wurmkuren versorgt werden können.

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