Familienhebamme
Kathrin Scheffler leistet mehr als nur Geburtshilfe

«Man kann seinem Kind auch mit geringen finanziellen Mitteln etwas bieten: Liebe.» Dies ist eine wesentliche Aussage von Kathrin Scheffler. Sie ist eine der vier Familienhebammen, die im Kreis Ostallgäu mit Kaufbeuren tätig sind. Im Vergleich zu anderen Hebammen bietet eine Familienhebamme einen weiter reichenden Service an - den in der Regel die Krankenkassen übernehmen.

Sie begleitet Mütter bis zum Ende des ersten Lebensjahres ihrer Kinder. Die freiberufliche Hebamme unterstützt eine Mutter höchstens ein halbes Jahr, im Regelfall aber acht Wochen. Familienhebammen werden von der seit drei Jahren bayernweit tätigen Koordinierenden Kinderschutzstelle, vom Gynäkologen, dem Jugendamt, aber auch von den Geburts- und Kinderkliniken kontaktiert, wenn diese feststellen, dass Mütter in schwierigen Situationen anderweitige Hilfe brauchen. Die Fälle von Kathrin Scheffler reichen von überforderten, teils alleinerziehenden oder auch jungen Müttern bis zu Familien mit Sucht-, finanziellen oder psychischen Problemen. Kurz gesagt: eine Beratung in allen Lebenslagen.

Bezugsperson und Vertraute

Zugleich ist Scheffler auch Bezugsperson, der sich die Mütter anvertrauen können. Ihre Hauptaufgaben sind, darauf zu achten, dass das Kind richtig ernährt wird und die Beziehung von Mutter und Kind zu fördern. << Zuerst erlebe ich den Alltag mit der Familie, schaue mir das soziale Umfeld und die finanzielle Lage an. Dann erarbeite ich einen Plan für das weitere Vorgehen >>, erzählt die Hebamme.

Ein wichtiger Teil der Arbeit besteht aus Vermittlung. << Ich helfe, wo Hilfe nötig ist >>, betont Scheffler. Sie berichtet von vielen Frauen in Finanznot, die erwarteten, dass sie all deren Probleme löse. << Dabei stelle ich hauptsächlich Kontakte her. Zur Arbeit gehen oder sich bei einem Betrieb vorstellen, müssen die Menschen selbst >>, sagt sie.

Auch nachts im Einsatz

Die Mittvierzigerin betreut momentan vier Mütter, die sie jederzeit bei akuten Problemen anrufen können. Eine Notfalltasche (das Kind hört nicht auf zu schreien, isst oder trinkt nicht, kann nicht einschlafen, ) ist bei ihr stets gepackt. Damit kann sie bei Anrufen jederzeit - auch nachts - zur Mutter fahren. << Es ist wichtig, sich gut zu organisieren >>, sagt sie.

Neben ihrer Tätigkeit als Familienhebamme hat Scheffler als freiberufliche Hebamme oft Nachtdienst im Kreißsaal im Klinikum Kaufbeuren und muss tagsüber trotzdem parat für einen ereignisreichen Arbeitstag sein. << Ich brauche nicht so viel Schlaf >>, erklärt sie schmunzelnd zum Thema Freizeit.

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