Oberallgäu
Kameras überwachen die Schuleingänge

Vor zehn Jahren brannte dieses Thema so gut wie niemandem auf den Nägeln: Sicherheitsmaßnahmen an Schulen. Damals war klar, Schulhäuser sind frei zugänglich und sollen es auch bleiben. Der Amoklauf von Erfurt 2002 änderte die Einstellung schlagartig. Notfallpläne wurden für Anschläge und Geiselnahmen erarbeitet. Sie sind wichtig und richtig, wie der jüngste Fall in Ansbach beweist. Auch im Oberallgäu sind etliche Schulhäuser seit Jahren abgesperrt, an den Hauptschulen in Dietmannsried und in Durach gibt es sogar von Kameras überwachte Bereiche.

«Wer in unser Haus will, muss sich anmelden,» sagt Schulleiter Otto Schmid aus Dietmannsried. Weil die Eingangstür zwischen 8 und 11.30 Uhr schon seit Jahren abgesperrt wird, müssen diejenigen, die ins Haus wollen, klingeln. Die Sekretärin im Erdgeschoss sieht vom Fenster aus, wer vor der Tür steht. Seit Kurzem werde auch ein Teil des Pausenhofs überwacht.

In Durach haben die Sekretärin und der Rektor zwei Monitore vor sich stehen. Der eine zeigt an, was sich vor dem Haus abspielt, der andere, was im Eingangsbereich los ist. «Fakt ist, bei uns kommt bis mittags keiner mehr unangemeldet rein», sagt Rektor Richard Wucherer. Seit einiger Zeit gebe es in Durach auch Türwächter. Das sind Lehrer, die von Zeit zu Zeit kontrollieren, ob der Haupteingang auch zu ist und nach den Nebeneingängen schauen.

Das Schulpersonal habe zudem die Anweisung, Fremde im Haus danach zu fragen, was sie dort tun.

Ein Exhibitionist im Umkleidebereich der Schulturnhalle schockte vor rund fünf Jahren Fünftklässlerinnen in Altusried. Sie vertrauten sich der Schulleitung an, die Polizei wurde eingeschaltet, der Täter später auch gefasst. Die Mädchen wurden eine Zeit lang psychologisch betreut, sagt Schulleiter Hermann Danner. Seit diesem Vorfall sei die Turnhalle vormittags abgesperrt und auch die Grundschule kann bis mittags von keinem Fremden betreten werden. So, wie es in den meisten Kindergärten in der Region schon seit vielen Jahren üblich ist.

Sicherheitskonzept erarbeiten

Ein Sicherheitskonzept, auch in punkto Brandschutz, werde erarbeitet. Es gibt, wie an anderen Schulen auch, Code-Wörter in Lautsprecherdurchsagen, die Lehrer im Falle eines Falles auf eine schwelende Gefahr im Haus aufmerksam machen. Danners Meinung - in erster Linie auf die Psyche der Kinder zu achten - habe sich durch den Vorfall an der eigenen Schule bestätigt.

Dass es seit Kurzem an den großen Schulen im Oberallgäu Sozialarbeiter gibt, hält er für außerordentlich wichtig. Eine Videoüberwachung in allen drei zur Schule gehörenden Gebäuden sei in Altusried aber nicht machbar.

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