Kabarett
Kai Spitzl nimmt Absurditäten des Alltags in Memmingen auf die Schippe

Ein Mann kommt vom Hundertsten ins Tausendste. Von Boris Becker bis Angela Merkel. Eine Wortdrift ohne Thema, ohne roten Faden, aber mit Witz und Verstand. Die Absurditäten des Alltags nimmt Kai Spitzl an diesem Abend im Memminger PiK auf die Schippe.

Ernste Themen und Abgründe raffiniert zu verdrehen und lächerlich zu machen – diese Narrenkunst hat er drauf. Ganz seriös, im Anzug mit schwarzer Krawatte, Manschettenknöpfen und rasierter Glatze, schwadroniert er über alles, was gerade in der Luft liegt. Über Politisches und Privates. Ein zweistündiger akrobatischer Wortgalopp.

Beispiele? Zu den Piraten ans Horn von Afrika müsste man endlich mal Kreuzfahrt- statt Kriegsschiffe schicken. Besetzt mit deutschen Erzspießern wie Erwin Müller, der 35 Jahre auf diese Dampfertour gespart hat und sich dieses Vergnügen jetzt doch nicht von ein paar lächerlichen Piraten abwürgen lassen wird. Gegenangriff! Am Schluss produzieren die Spießer mit einer vereinten Arschbombe eine Tsunami-Welle, die den Piratenkahn wegspült.

Es geht um deutsche Urlauber im Jemen oder sonst wo, die entführt werden, sich dann von unseren Steuern so einfach freikaufen lassen, und ein paar Monate später das Drama als Vhs-Diavortag landauf, landab anbieten. Oder um seinen Freund, der sich bei den 'Weightopfern' abmüht, zusätzliche Kilos zu sammeln.

Über verschiedene Flatrates ist Spitzl immer aktuell informiert und verpasst nix. Die SMS, mit der Boris Becker gerade mit seiner aktuellen Partnerin Schluss macht, bekommt er noch vor der Betreffenden. Und dann die IM-Flatrate. Verständnislose Blicke im Publikum. Was, die habt ihr noch nicht, die Flatrate des Innenministeriums? Da erfährt man immer ganz aktuell, wo gerade Computer durchsucht und Trojaner eingeschleust werden und noch einiges mehr.

Poesie in homöopathischer Dosis

Beispiele für Spitzls Wortwitz? Dass bei diesen Programmen der Trend zum Flach-Bildschirm auch beim Fernseher kommen muss, ist für ihn klar. Warum man die Geisterfahrer dermaßen verteufle, das verstehe er nicht. Die seien doch ausgesprochen entgegenkommend. Dazwischen ein paar Klavier-Töne und Akkorde oder sogar Gesänge sorgen für Poesie in homöopathischer Dosis. Ein virtuoser Plauderer.

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