Immenstadt / Oberallgäu
«Käser» Kaiser kurbelt den Käse-Konsum an

Wenn schon das Allgäu die Milch- und Käseregion Deutschlands ist, muss auch ein Allgäuer Landrat selbst zur Tat schreiten, um den Konsum anzukurbeln. Der Oberallgäuer Kreis-Chef Gebhard Kaiser, selbst ein gelernter Käser, ließ sich daher gestern zur Eröffnung der neuen Image-Kampagne «Allgäuer Herbstmilchwochen» nicht lange bitten. Er verteilte auf dem Marienplatz in Immenstadt gleich selbst die Käsehäppchen ans Volk, nachdem er zuvor gemeinsam mit der bayerischen Milchkönigin Beate Deisenhofer aus einem stattlichen Laib Bergkäse handliche Portiönchen herausgeschnitten hatte.

Das Eröffnungszeremoniell war zugleich Auftakt für den 13. Käse- und Bauernmarkt in Immenstadt. In den nächsten drei Monaten werden in allen vier Landkreisen des Allgäus weitere Käseschauen und Aktionen folgen, um in Zeiten schwerer Marktturbulenzen der Milch und den daraus gewonnenen Produkten wieder mehr Geltung zu verschaffen. «Von 20 oder 21 Cent für den Liter Milch können die Bauern nicht mehr leben», rief Landrat Kaiser den vielen hundert Besuchern zu, die sich im Stadtzentrum eingefunden hatten. «Wenn unsere Bauern sterben, stirbt vieles in unserem Allgäu», machte Kaiser klar. Auch die Milchkönigin pries das gesunde und hochwertige Lebensmittel Milch an.

Die aus dem Landkreis Donau-Ries stammende Studentin der Landwirtschaft weiß durch ihre Mithilfe auf dem elterlichen Hof, dass viele Milcherzeuger wegen der niedrigen Preise in ihrer Existenz bedroht sind. Vor diesem Hintergrund war denn auch Gerhard Hock vom Landwirtschaftsamt in Kempten auf die Idee gekommen, die Werbung derart massiv anzukurbeln.

Trotz düsterer Perspektive erlebten die Besucher gestern ein fröhliches Fest, mit Alphornklang und Blasmusik, mit Käse in jeder Machart, mit Kässpatzen und Speckfladen, mit Kräuterschorle und Obstbränden. An den fast zwei Dutzend Ständen rund um die Mariensäule wurde reger Handel getrieben. Die Sennereien und Hofkäsereien, Schankstätten und Bratwurstbuden machten gute Geschäfte.

Weiter dürfte das extra zu den Herbstmilchwochen beigesteuerte Buttermilchbrot der Oberallgäuer Bäckerinnung noch in den nächsten Wochen in den Bäckerläden weggehen wie die warmen Semmeln.

Eingebettet in den Veranstaltungsreigen am Wochenende waren die bereits laufenden «1. Allgäuer Wandertage», organisiert vom Heimatbund Allgäu. Bis Sonntag, 6. September, können Wandervögel, die Bergwelt erkunden. Vielleicht waren am Samstag noch zu viele auf Achse, sodass sie das Programm auf dem Marienplatz mit den Nachwuchs-Trachtlern der «Alpenrose» Ofterschwang verpassten.

Die stellvertretende Vorsitzende des Heimatbunds, Gerlinde Hagelmüller, ist dennoch zufrieden mit der bisherigen Resonanz. Schließlich muss man sich im Allgäu, wo die Menschen lieber allein losziehen, noch an das Gruppenerlebnis gewöhnen, das der Wanderverband fördert. Bis 2013, wenn der Deutsche Wandertag in Immenstadt stattfinden wird, hat man noch Gelegenheit, sich anzupassen. Bis zu 40000 Wanderer werden erwartet.

www.herbstmilchwochen.de

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