Junge Talente sind fit für den ARD-Wettbewerb

Füssen | wil | Es kann nicht jeder Abend des Füssener Festivals «Vielsaitig» ausverkauft sein. Die Besucher, die sich aber auf die jungen Solisten im Fürstensaal einließen, bekamen außerordentlich interessante Stücke und große Talente zu hören. Drei Klarinettisten und eine Bratschistin aus den Reihen der Kammermusikkurse qualifizierten sich für den in einer Woche statt findenden internationalen Musikwettbewerb der ARD in München. Sie sind junge Künstler von hohem Rang, die eine internationale Karriere anstreben, alle bereits mit Preisen ausgezeichnet. Zudem gab das Programm einen Einblick in das Repertoire, mit dem die Solisten beim Wettbewerb auftreten werden. Den großen Rahmen bildeten die beiden späten Brahms-Sonaten op. 120, für welche die Klarinettisten in Hatem Nadim einen souveränen Klavierpartner hatten.

Koreaner begeistern mit lupenreinem Spiel

Der Koreaner Dong Woo Ju, Student von Professor Michael Wolf in Berlin, spielte die Es-Dur Sonate lupenrein, nahm sich im Appassionata zurück und kostete die ruhigen Passagen aus. Die Koreanerin Saerom Lee, Studierende aus Basel, begeisterte geradezu in der f-Moll Sonate mit dem tänzerischen Grazioso. Für die Förderung der Klarinettisten zeichnet in Füssen der Kölner Professor Ralph Manno verantwortlich. Seine viel gerühmte Interpretation der Brahms-Sonaten mochte dem differenzierten Spiel der jungen Talente Vorbild sein. Beide durchdrangen das schwierige Geflecht der letzten Werke des Meisters in bewundernswerter Flüssigkeit. Ebenfalls aus Korea kommt Soo Jin Park, Klarinettistin der Österreichisch- Koreanischen Philharmonie.

Sie bestach mit den virtuosen drei Stücken für Klarinette Solo von Igor Strawinsky.

Einzige Streicherin präsentiert sich «absolut fabelhaft»

Wenn auch die Bläser das Programm dominierten, die Streicher nur mit einer Solistin vertreten waren - Corina Golomoz, Viola, bot eine so faszinierende Leistung, dass sie mit großem Bravo mehrmals herausgeklatscht wurde. Die 22-jährige aus Moldawien studiert zusätzlich zur Geige an der Hochschule Rostock Bratsche bei Professorin Karin Wolf. Mit Kryzstof Pendereckis Cadenza für Viola Solo, einem der Pflichtstücke des ARD-Musikwettbewerbs, vermittelte sie die bilderreich expressive Klangsprache des vielleicht bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts gleich stark in Technik wie in Bühnenpräsenz.

«Absolut fabelhaft», war der Kommentar von Zuhörern, die gekommen waren, um die eher selten aufgeführte Neue Musik zu hören, für die Bernd Alois Zimmermann steht. Seine Sonate «An den Gesang eines Engels», in seinem typischen Stil der Collage, eine geglückte Herausforderung für die Bratschistin und ein Dank der Hörer an Karin Wolf, die sich stark für zeitgenössische Musik engagiert.

Gemeinsame Verabschiedung der Musiker vermisst

Gerne hätte man es zur Abrundung gesehen, wenn die Musiker sich gemeinsam verabschiedet hätten, vielleicht sogar mit einer kleinen Zugabe. Man wollte ihnen schließlich Glück und Erfolg beim Wettbewerb wünschen.

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