Junge Mütter aus der Isolation holen

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von johannes schlecker | Kempten/Oberallgäu Die Geburt eines Kindes ist für viele Eltern ein freudiges Ereignis. Doch nicht jeder kommt mit der neuen Lebenssituation klar. Immer wieder stoßen junge Familien und alleinstehende Mütter bei der Erziehung ihres Kindes an Grenzen. 'Ohne fremde Hilfe wachsen kleine Sorgen schnell zu größeren Problemen heran', erklärt Luise Steinmetz. Seit vergangenem Juli steht die Sozialpädagogin im Rahmen des Projekts 'MamaBabyHilfe' überforderten Eltern mit Beratung und Hilfen für den Alltag zur Seite (siehe Infokasten).

Es sind vor allem junge oder alleinerziehende Frauen im Alter von 18 bis 26 Jahren, die sich an Steinmetz wenden. Seit Projektstart hat die Sozialpädagogin zusammen mit ihrer Kollegin Elisabeth Strobel 17 junge Mütter aus Kempten und dem Oberallgäu bei der Erziehung ihrer Kinder unterstützt. Welche Hilfe die Frauen benötigen, werde oft in einem ersten Gespräch deutlich: 'Manche wollen einfach nur ein paar Ratschläge, weil ihr Kind ständig schreit', erklärt Steinmetz.

Andere wiederum würden Hilfe beim Antrag des Erziehungsgelds oder bei der Suche einer Kindertagesstätte benötigen. Steinmetz erinnert sich auch an eine Frau, die bereits ihr viertes Kind zur Welt gebracht hatte und nicht mehr wusste, wie sie sich um alle ihre Sprösslinge gleichzeitig kümmern soll. 'Wir haben dann einen genauen Zeitplan erstellt, beispielsweise wann das Baby gewickelt werden muss und die anderen Kinder zur Schule gebracht werden sollen', erklärt Steinmetz.

Aber auch bei Fragen zur richtigen Ernährung und Gesundheit der Kinder hilft die Sozialpädagogin weiter. So werden die Mütter auf Wunsch zu den Vorsorge-Untersuchungen beim Kinderarzt begleitet oder je nach Bedarf an verschiedene Beratungsstellen vermittelt.

Keine Bezugspersonen

Doch woran liegt es, dass die Frauen bei der Erziehung ihrer Kinder überfordert sind? Die meisten Eltern haben laut Steinmetz im privaten Umfeld keine Bezugsperson. 'Den Frauen fehlt der Kontakt zu Familienmitgliedern oder anderen Müttern, mit denen sie Erfahrungen austauschen können', berichtet die 39-Jährige. Daher versuche sie die Frauen aus der Isolation zu holen und an Mutter-Kind-Gruppen oder an eine Gruppe alleinerziehender Mütter zu vermitteln. Ein regelmäßiges 'Mütterfrühstück' soll demnächst ins Leben gerufen werden.

Eine große Rolle spiele die Zusammenarbeit mit anderen Beratungsstellen, Behörden oder Ärzten. Diese hätten einen Großteil der Frauen an die Beratungsstelle verwiesen. 'Sie wissen, dass sie ohne jeden Zwang zu uns kommen können. Das macht ein offenes Gespräch viel einfacher', betont Steinmetz. Nur so könne den Frauen auch wirklich geholfen werden.

Erreichbar sind die Ansprechpartnerinnen Luise Steinmetz (für Kempten) unter (0831) 27289 und Elisabeth Strobel (für das Oberallgäu) unter (08321) 5055.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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