Aktion
Jugendliche der Pfadfinder und des Jugendrotkreuz in Lindenberg wollen mit oder für Senioren einkaufen gehen

Es klingt nach einer erfolgsversprechenden Idee: Das Rotkreuz-Krankenhaus Lindenberg vermittelt auf Wunsch in der Adventszeit Jugendliche, die mit oder für Senioren einkaufen gehen. Doch die vorläufige Bilanz, der Aktion, die nun seit rund zwei Wochen läuft, ist sehr ernüchternd: kein einziger Anruf. 'Wir sind darüber sehr überrascht und können uns das nicht erklären', sagt Anke Röver von der Stabsstelle für Öffentlichkeitsarbeit bei Schwesternschaft München, die das Lindenberger Krankenhaus betreibt.

Rund 1000 Handzettel haben sie in Apotheken oder auch bei Ärzten ausgelegt und auch im Westallgäuer wurde über die Aktion 'Junge Menschen kaufen für Sie ein' berichtet. 'Wir wissen nicht, ob es einfach keinen Bedarf für eine solche Aktion gibt oder sich die Menschen nicht trauen', sagt Röver.

Auch Dr. Gert Strube, Seniorenbeauftragter der Stadt Lindenberg, kann sich die fehlende Nachfrage nicht so recht erklären. 'Es wundert mich schon, dass sich gar niemand meldet', sagt Strube und fügt hinzu: 'Ich finde, das ist eine Bomben-Idee.' Dennoch glaubt er nicht, dass es gar kein Interesse für Einkaufsdienste gibt. 'Ich kenne auch Menschen, die Bedarf haben', sagt er. Er vermutet, dass es jedoch bei vielen älteren Menschen eine Hemmschwelle gibt, sich auf so etwas einzulassen.

'Wir haben mit unserem Seniorenforum eine ähnlich Erfahrung gemacht', sagt Strube. Auch dort habe man versucht, Senioren zu gewinnen, die etwa durch den Tod des Ehepartners allein sind. 'Die Menschen sind sehr zurückhaltend', hat Strube festgestellt.

Doch noch eine andere mögliche Erklärung hat der Seniorenbeauftragte: 'Es gibt hier einfach noch sehr gute Strukturen, etwa durch Familie, Nachbarschaftshilfe und kirchliche Angebote.' In einer Großstadt, so vermutet er, wäre das eine völlig andere Situation. 'Hier ist der Zusammenhalt, zum Glück, sehr gut.'

Die Aktion soll dennoch wie geplant bis einschließlich 21. Dezember weiterlaufen. Initiiert hat das Krankenhaus die Aktion gemeinsam mit der Lindenberger Berufsfachschule für Pflegeberufe um das gessellschaftliche Engagement zu fördern und Kontakt zwischen Jugendlichen und Senioren herzustellen. 'Ältere Menschen können sich bei uns melden und wir geben das dann an die Jugendgruppen weiter', erklärt Röver die Aktion. (feß)

Einkaufstour Wer gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen zum Einkaufen gehen möchte oder Einkaufswünsche hat, kann sich unter folgender Telefonnummer melden. Diese ist bis zum 21. Dezember, jeweils dienstags, donnerstags, freitags von 9.30 bis 11.30 Uhr und montags und mittwochs, von 14 bis 16 Uhr besetzt: (0 83 81) 8 09 81 50

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