Waltenhofen
Josef und sein «Augenstern»

Wenn bei dieser Liebes- und Lebensgeschichte nicht Gott Amor der Regisseur war! 1948 lernten sich zwei junge Menschen am Silvesterabend in Oberstdorf kennen. «Da hab´ ich gleich ein Äugle auf die hübsche Rosa geworfen» erinnert sich schmunzelnd Josef Haslbeck. Gestern feierte er mit seinem «Augenstern» das 60. Ehejubiläum.

«Einen wunderschönen Herbsttag haben wir an unserer Hochzeit gehabt» erinnert sich Josef Haslbeck und seine Ehefrau Rosa stimmt ihm mit einem verträumten Lächeln zu. Am 15. Oktober 1949 war dieser Tag, als der Münchner Eisenbahner das Flüchtlingsmädchen aus dem Egerland in Oberstdorf vor den Traualtar führte. Aber schon ein Jahr vorher waren sie fest verbandelt und haben jede freie Minute gemeinsam erlebt erzählt Rosa und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: «Auch wenn ich dem Sepp zuerst einmal die kalte Schulter gezeigt habe». Doch das hat sich offenbar bald geändert, denn Rosa Haslbeck hält zärtlich seine Hand, als er erzählt, wie er für seine große Liebe auf den Höfatsgipfel stieg, um ihr einen Strauß Edelweiß zu bringen. Und mit diesem Liebesbeweis wäre - beinahe - ihr junges Glück zu Ende gewesen.

Denn Josef Haslbeck stürzte an den steilen Grashängen ab und verletzte sich schwer. Ein Bergfreund brachte ihn zurück nach Oberstdorf. «Und wenn es auch fast unglaublich klingt», erinnert sich Ehefrau Rosa, «mein Sepp samt den Edelweißblumen haben dieses Bergabenteuer gottlob überstanden.

Überstanden hat das Ehepaar auch die «notigen» Nachkriegszeiten. Der 85-jährige Ehemann nennt es «ein Glück», dass er, zwar für wenig Lohn, aber mit beständiger Sicherheit als Handwerker bei der Bundesbahn arbeiten konnte. Seine Ehefrau kümmerte sich um Sohn Josef und besserte 30 Jahre lang als Verkäuferin in einem Kemptener Fachgeschäft das Einkommen der Familie auf.

Ein erfreuliches Möbelpacken stand für das Ehepaar an, als es sich schließlich mit dem Kauf eines Reihenhauses in Waltenhofen einen lang gehegten Wunsch erfüllen konnte. Und wenn auch die Gesundheit altersbedingt zu wünschen übrig lässt, so besuchten sie an ihrer «Diamantenen» traditionsgemäß Oberstdorf, den Ort, wo anno dazumal der fesche Eisenbahner Josef das hübsche Flüchtlingsmädchen Rosa kennen und lieben lernte

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