Special Erste Hilfe SPECIAL

Der goldene Herbst und seine Tücken
Johanniter warnen vor erhöhter Unfallgefahr

Der Herbst hat seine Tücken und die Unfallgefahr steigt.
  • Der Herbst hat seine Tücken und die Unfallgefahr steigt.
  • Foto: Michael Meyer
  • hochgeladen von Julian Hartmann

Wenn der Herbst Einzug hält, zeigt er sich mit den schönsten Farbenspielen und oft sonnigem Wetter, welches zu Spaziergängen, Ausflügen oder auch der letzten Motorradfahrt vor dem Winter einlädt. Jedoch hat der Herbst auch seine Tücken und die Unfallgefahr steigt.

Regen und Feuchtigkeit lassen das Laub auf Straßen, Wegen und Wanderrouten schnell zur Rutschfalle werden. Aber auch die längere Dunkelheit bringt ein hohes Unfallrisiko mit sich. „Viele Berufstätige radeln oder gehen in der Früh zur Arbeit, aber sehr oft mit schlechter Beleuchtung oder dunkel gekleidet. Ein Autofahrer hat so kaum eine Chance, diese Verkehrsteilnehmer wahrzunehmen und rechtzeitig zu reagieren, und schon ist der Unfall passiert. Vor allem bei Kindern, die sich morgens auf den Schulweg machen, muss zwingend auf reflektierende Kleidung und Rucksäcke geachtet werden,“ sagt Markus Adler, Bereichsleiter Einsatzdienste, Ausbildung, Bevölkerungsschutz der Johanniter in Bayerisch Schwaben.

Die noch schönen und sonnigen Tage laden zu langen Spaziergängen und Wanderungen ein. Auch hier ist es sehr wichtig, passendes Schuhwerk zu tragen, bei Trittunsicherheit Stöcke mitzuführen und die früher heranbrechende Dämmerung für den Rückweg mit einzukalkulieren. „Die Sturzgefahr steigt im Herbst und Winter deutlich an. Prellungen, Schürfwunden, Gehirnerschütterungen, Knochenbrüche oder Schlimmeres können die Folge sein. Auch als Fahrer eines motorisierten Fahrzeugs ist oberste Vorsicht geboten, denn das nasse Laub verlängert den Bremsweg und kann wie ein Schmierfilm, zum Beispiel in Kurven, wirken“, mahnt Adler.

Was tun im Notfall?

Das Wichtigste ist immer der Eigenschutz der Ersthelfer. Auch wenn man schnell Erste Hilfe leisten möchte, muss man sich ein Bild über die Gefahren des Unfallorts machen. Ist der Hang rutschig und könnte ich ebenfalls stürzen? Habe ich auf der Straße zuerst die Unfallstelle abgesichert? Das ist vor allem im Herbst sehr wichtig, da die Sonne oft sehr tief steht und die Autofahrer blendet oder es schon dämmerig ist und die Unfallstelle von anderen Verkehrsteilnehmenden zu spät gesehen wird.

Setzen Sie den Notruf ab!

Viele vergessen oft in der Aufregung das Absetzen eines Notrufs und so geht manchmal wertvolle Zeit verloren. Auch ist es nicht zu empfehlen, Verletzte mit dem privaten PKW ins Krankenhaus zu bringen, da Laien oft den Schweregrad der Verletzung nicht abschätzen können. Auf der Fahrt könnten Probleme auftreten.

Was Sie auf jeden Fall tun können!

Wenn der Unfall schwerer ist, wissen so manche Ersthelfer nicht mehr, was sie noch tun können. Aber kein Ersthelfer ist nutzlos oder macht etwas falsch!
Wenn man sich verletzt hat und sich in einer misslichen Lage befindet, ist es das Schlimmste, alleine zu sein. Es reicht dann auf jeden Fall, den Notruf abzusetzen und dem Verletzten, der bei Bewusstsein ist, beizustehen, bis weitere Hilfe kommt.

Ist die Person jedoch bewusstlos, gibt es zwei Dinge, die dringend zu tun sind. Der Verletzte muss sofort näher untersucht und die Atmung überprüft werden. Ist die Atmung vorhanden und normal, muss der Patient sofort in die stabile Seitenlage verbracht werden. Bei fehlender oder abnormaler Atmung ist es von elementarer Bedeutung, dass man als Ersthelfer sofort die Herzdruckmassage einleitet. Hier entscheiden Minuten über den Erfolg der Maßnahmen.

Bei einem plötzlichen Herzstillstand eines Erwachsenen befindet sich noch für einige Minuten ausreichend Sauerstoff im Blut. Steht das Herz still, gelangt dieser jedoch nicht zum Gehirn. Deshalb ist eine wirksame Herzdruckmassage so wichtig.

Bei einer korrekt durchgeführten Herzdruckmassage kann es zu Verletzungen am Brustkorb kommen. In einer Notfallsituation wie Herz-Kreislauf-Stillstand ist dies jedoch das kleinere Übel.
In Zeiten von Corona kann aktuell auf eine Beatmung verzichtet werden, wenn Unsicherheit besteht, ob die leblose Person an COVID-19 erkrankt ist.

Es kann das Gesicht der betroffenen Person mit einem Tuch oder einem Kleidungsstück abgedeckt werden, um das Risiko einer Tröpfcheninfektion zu minimieren. Im Idealfall stattet man sich mit einem medizinischen Beatmungstuch aus. Dieses enthält einen speziellen Filter, welcher vor Infektionskrankheiten und Ansteckung schützen kann.

Unsere Tipps im Überblick

Für Radfahrer und Fußgänger:
Helle und reflektierende Bekleidung wählen (z. B. Warnweste oder Reflektorjacke)
rutschsicheres Schuhwerk wählen
Beleuchtung regelmäßig prüfen
Geschwindigkeit den Straßenverhältnissen anpassen

Für Autofahrer:
Schulterblick vor dem Spurwechsel und beim Abbiegen
Vor dem Abbiegen und beim Spurwechsel frühzeitig blinken
Lieber zweimal schauen: Fahrräder sind schmal und wendig und werden oft übersehen
Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen und üben

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