Allgäu
Jetzt übers Theater reden

Wenn es noch eines Beweises dafür bedurft hätte, welche Theater-Euphorie Peter Baumgardt in Kempten geweckt hat, dann wäre es diese Unterschriftenaktion von Dr. Alfred Huber gewesen. 350 Menschen, die vom renovierten Theater und dem ambitionierten Programm Baumgardts begeistert sind, setzen sich öffentlich dafür ein, dass die Stadt noch einmal mit dem Direktor über eine Vertragsverlängerung redet und dabei auch auf ihn zugeht, das heißt, seine Wünsche nach anderen Strukturen und wohl auch mehr Geld erfüllt.

Aber auch diese 350 Bürger können vermutlich nicht erzwingen, was vorbei zu sein scheint: Die Stadt und Peter Baumgardt werden ab Juni 2010 getrennte Wege gehen. Das macht OB Dr. Ulrich Netzer deutlich, und daran wird auch Baumgardts Satz von der noch offenen Tür nichts ändern. Schließlich antwortet er auf die Frage, ob er bei nachgebesserten Bedingungen doch in Kempten bleiben wolle, auffällig ausweichend.

Läuft damit die Euphorie der Theaterfreunde ins Leere? Verpufft ihr Protest? Nein, denn es muss in erster Linie um das Theater in Kempten gehen, nicht um die Person Baumgardts - auch wenn dessen Verdienste groß sind. Die 350 Unterzeichner fordern mit ihrem Brief also auch eine Diskussion darüber, wieviel Theater eine Stadt wie Kempten will.

Wer dachte, nach der Wiederöffnung des renovierten Stadttheaters 2007 sei der Selbstfindungsprozess der Kemptener Theatergemeinde abgeschlossen gewesen, der irrt. Dieser Prozess hat im Grunde erst begonnen, und noch ist das rechte Maß nicht gefunden. Ein gewichtiger Teil der Bürger will mehr, als die Stadt zu geben bereit ist.

Also wird es Gespräche geben müssen in nächster Zeit. Dabei werden die Stadträte und der Oberbürgermeister genau überlegen, ob es reicht, 1,3 Millionen Euro, also 0,85 Prozent des städtischen Etats, fürs Theater bereitzustellen. Oder ob sie draufsatteln müssen.

Die Diskussion um Steuergelder kommt freilich zur Unzeit: Die Finanzkrise macht die Spielräume auch in Kempten enger.

Kommentar

von Klaus-Peter Mayr

mayr@azv.de oder Fax 0831/206-137

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