Memmingen
Jetzt sind die Bürger am Zug

Barrierefreiheit, alternative Wohnformen und Mobilität im Alter gehören zu den «Handlungsfeldern» eines seniorenpolitischen Gesamtkonzepts, das die Stadt Memmingen bis Juni 2011 erstellen möchte. Bei einer Auftaktveranstaltung im voll besetzten, kleinen Saal der Stadthalle wurden jetzt Bürger über das Vorhaben informiert und zur Mitarbeit animiert. «Wir wollen heute die Weichen für das weitere Vorgehen stellen», sagte Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger mit Blick auf den demografischen Wandel, also darauf, dass die Menschen immer älter werden.

«Wir müssen begreifen, woran wir arbeiten müssen», ergänzte Gerontologin Sabine Wenng, Expertin für Sozialplanung und Altersforschung. Sie referierte über die «Förderung einer zukunftsorientierten Seniorenpolitik durch die Bertelsmann Stiftung». Die Einrichtung beschäftigt sich seit Jahren mit dem demografischen Wandel und dessen Auswirkungen. «Die älteren Menschen in Memmingen werden immer mehr, die demographische Herausforderung ist Fakt», so die Expertin. Aus diesem Grund müssen sich Kommunen laut Wenng «demographiefest» machen: «Sie müssen sich an den veränderten Bedarf anpassen und ältere Menschen mit ihren speziellen Bedürfnissen in diesen Prozess mit einbeziehen.» Dadurch sollen Fehler in der Seniorenpolitik vermieden werden. «Wir müssen darauf achten, dass Seniorenarbeit im Zuge der Finanzkrise bei den Kommunen nicht als Streichposten gilt», so Wenng.

Vielmehr müssten die Senioren adäquat eingebunden und bürgerliches Engagement mehr geschätzt werden.

«Und dieses Ziel können wir nur zusammen erreichen», sagte Wolfgang Prokesch, Leiter der städtischen Seniorenfachstelle. Verwaltung, Vereine, Bürger, Dienstleister, Kirche, Politik, Wohlfahrtsverbände, Polizei und Privatwirtschaft müssten jetzt miteinander ins Gespräch kommen. «Denn der weitere Weg der Umgestaltung liegt jetzt an uns», so Prokesch. Er forderte die Bürger auf, am Entwicklungsprozess des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts mitzuarbeiten. «Dies ist eine Möglichkeit, sich einzubringen.» Spezielle Arbeitsgruppen (siehe Infokasten) stehen hierfür zu Verfügung. In diesen Gruppen sollen die Bedürfnisse der Senioren zunächst gebündelt werden. Danach wird darüber beraten, wie man diese Bedürfnisse erfüllen könnte.

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden schließlich gewichtet und im seniorenpolitischen Gesamtkonzept zusammengefasst.

Kontakt Wer bei den Arbeitsgruppen mitmachen möchte, kann sich noch bis Freitag, 2. Juli, bei Wolfgang Prokesch unter Telefon (08331) 850 448 melden.

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