Jetzt ist der Mesner von Gschwend ein Achtziger

Nesselwang-Gschwend | ake | Schon seit fast 50 Jahren ist Rudolf Allgaier Mesner der St.-Josefs-Kapelle in Gschwend. Als er damals den elterlichen Hof übernahm, übernahm er auch den Mesnerdienst von seinem Vater. Jetzt feierte er seinen 80. Geburtstag. Allgaier führte mit Leib und Seele das Ehrenamt aus, und seine Frau Erika half ihm dabei. 'Früher wurde dreimal täglich von Hand geläutet, aber seit das elektrische Läutwerk installiert wurde, geht es leichter', erzählt Allgaier. Vor kurzem musste er aus gesundheitlichen Gründen den Dienst schweren Herzens weitergeben.

Sein musikalisches Talent stellte der Jubilar 55 Jahre dem Nesselwanger Kirchenchor zur Verfügung, als Solist erklang seine Bassstimme in zahlreichen Messen. Darüber hinaus war er über 23 Jahre im Vorstand dabei. Das Musizieren liegt den Allgaiers im Blut - eine Zeit lang unterstützten drei Generationen der Familie den Kirchenchor gesanglich und instrumental! Zum 80. Geburtstag hat die ganze Familie Ständchen gespielt, das Wohnzimmer platzte fast aus allen Nähten. Auch bei der Harmoniemusik war 'der Rudl' 43 Jahre nicht wegzudenken. Zuerst als Klarinettist, dann spielte er die Trompete und später das S-Horn. Wo er gebraucht wurde, war er da, unkompliziert und humorvoll.

Feuerwehr und Theater

Fast 'nebenbei' war er Gruppenführer der Gschwender Feuerwehr. Sein schauspielerisches Talent stellte Allgaier jahrelang zusammen mit Franz Grösch unter Beweis. Sie galten als 'Stars des Oberen Marktes', brachten Stimmung und gute Laune mit ihren Einlagen und Theaterstücken auf jeden Faschingsball. In der Nesselwanger Theatergruppe lernte er seine Erika näher kennen, 1954 feierten die beiden Hochzeit. Über 50 Jahre waren sie zusammen, bis sie im letzten Jahr starb. 'Sie fehlt an allen Ecken und Enden', so Allgaier. Seit seiner Geburt lebt Rudl Allgaier auf dem Hof in Gschwend. Nur die Jahre im Kriegseinsatz verbrachte der gelernte Schreiner an der Front in Stettin und Schwed. Er erinnert sich besonders an den 20. April 1945: 'Der ganze Tag war ein Kugelhagel, wenn man das überlebt hatte, war das wie ein Sechser im Lotto.'

Ganz wichtig ist dem Geburtstagskind von jeher die Pflege der guten Nachbarschaft. 'Es ist ein Geben und Nehmen, jeder hilft, wo er gebraucht wird!' Ein originelles Geburtstagsgeschenk kam aus der Nachbarschaft: Drei Luftballons voller Luft! Sie soll ihm das Atmen erleichtern, das ihm wegen einer Herzerkrankung 'leider sehr schwer' fällt.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2019