Jetzt ist Ausgleich gefragt

Es war eine Wimpernschlag-Entscheidung am Sonntag in Tannheim: Mit nur 16 Stimmen Vorsprung hat Thomas Wonhas im Kampf um den Bürgermeister-Sessel das Rennen gemacht. Klaus Hammer, der knapp unterlegene Mitbewerber, zeigte Größe, als er dem Rivalen fair gratulierte und sich trotz der schmerzlich knappen Niederlage zu keinem falschen Zungenschlag hinreißen ließ. Das ehrt den Verlierer.

Wobei sich der 44-jährige Aalener nicht eigentlich als 'Verlierer' fühlen muss; vielmehr hat er die Ziellinie mit nur hauchdünnem Rückstand als Zweiter überquert. Jetzt ist es die nicht einfache Aufgabe von Wahlsieger Wonhas, zusammenzuführen, was sich im intensiven Wahlkampf als Lagerbildung in der Illertal-Gemeinde herauskristallisiert hat. Während Wonhas in der Auseinandersetzung vor der Wahl den Typus des rechtschaffen-fleißigen, im Ehrenamt engagierten Kommunalpolitikers verkörperte, der auf die Leute zugeht, auf Ausgleich bedacht ist und insgesamt eher die konservative Klientel bedient hat, punktete Hammer wohl eher im liberaleren Lager. Flott und forsch trat der Aalener auf, geschickt warf er seine Verwaltungserfahrung im Aalener Rathaus in die Waagschale. Und er erweckte den Eindruck, im Zweifelsfall als Rathauschef auch durchgreifen oder Härte zeigen zu können. An Engagement stand der eine Rivale dem anderen jedenfalls in nichts nach.

Zu hoffen ist, dass dem neuen Mann an der Rathausspitze der Brückenschlag gelingt und er mit seiner Arbeit irgendwann auch jene überzeugen kann, die ihn nicht gewählt haben am Sonntag. Von seiner Persönlichkeit her müsste Wonhas die Voraussetzungen dafür mitbringen. Versöhnliche Töne und der Wille zur ersprießlichen Zusammenarbeit sind jetzt allerdings auch gefragt im Lager der Hammer-Anhänger. Schließlich geht es um das Wohl der Gemeinde.

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