Kaufbeuren
«Jetzt heißt es arbeiten»

«Bleib so wie Du bist», ist der häufigste Wunsch, den Stephan Stracke seit Sonntagabend hört. Darüber wundert sich der frisch gebackene Bundestagsabgeordnete ein wenig, hat er doch überhaupt nicht vor, sich zu verändern. Und deshalb ist es dem 35-Jährigen besonders wichtig, in seinem Stimmkreis die Bodenhaftung nicht zu verlieren.

Helfen soll ihm dabei Kuh Resi (Foto), die er im Wahlkampf von einer Bäuerin aus der Nähe von Marktoberdorf geschenkt bekommen hat. Stracke hat es als emotional stärkstes Erlebnis in seinem Wahlkampf in Erinnerung behalten, als ihm die Frau davon berichtete, dass ihre drei Kinder ihm die Kunststoffkuh schenken wollten, damit er die Probleme der Allgäuer Landwirte nicht vergisst. Das ist der Familie offensichtlich gelungen. Der Jurist, der bisher in der Obersten Bauverwaltung der bayerischen Staatsregierung arbeitete, will sich in Berlin vordringlich für die Allgäuer Bauern einsetzen. Schließlich hänge jeder sechste Arbeitsplatz in der Region von der Landwirtschaft ab. Um die bäuerlichen Familienbetriebe zu schützen, müsse schnell eine Mengenreduzierung bei der Milchproduktion her, sagt Stracke bestimmt.

Auch sonst hat der langjährige Kaufbeurer Stadtrat konkrete politische Vorstellungen. Diese will er von Anfang an auch in der CSU-Landesgruppe einbringen. Sie trifft sich heute erstmals nach der Wahl um 12 Uhr in Berlin. Stracke nimmt den Flieger um 8.20 Uhr ab München. Die Flugzeiten vom Memmingerberg in die Bundeshauptstadt sind nicht immer passend, bedauert er. So wird er wohl auch in Zukunft öfter in München starten und landen als am Allgäu-Airport.

Kümmern will sich Stracke künftig auch verstärkt um den Mittelstand. In diese Wählergruppe, vermutet er, sei die FDP reinmarschiert. Die CSU verlor im Stimmkreis Ostallgäu immerhin 10,1 Prozent. Bayernweit blieb sie «deutlich hinter den Erwartungen zurück», sagt Stracke.

Er will mithelfen, die Partei wieder nach vorne zu bringen und seine Gedanken «im Rahmen meiner Möglichkeiten» schon während der Koalitionsverhandlungen mit äußern.

«Jetzt heißt es arbeiten», sagt er und weiß, dass im Stimmkreis ein hoher Anspruch an seine Präsenz da ist. Um diesen zu befriedigen und den Kontakt zu den Menschen nicht zu verlieren, will Stracke «entsprechende Formate» finden. Bürgersprechstunden sollen dazugehören, auch seine Arbeit als Kaufbeurer Stadtrat und Ortsvorsitzender der CSU will er nicht aufgeben.

Ansonsten baut er auf seine guten Freunde, die ihn bestimmt warnen, falls er doch Gefahr laufe, nicht so zu bleiben, wie er ist.

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