Lindenberg
Jedes Kind kann singen

Es ist 10 Uhr morgens. Im Musikzimmer der Antonio-Huber-Schule in Lindenberg liegen die Schüler der Klasse 1a und 1b auf dem Boden. «Versucht mal, euren Bauch und euren Atem zu spüren», lautet die Anweisung von Lehrer Andreas Knödler. Die Kinder atmen tief ein und aus. «Durch diese Übung sollen die Schüler erst einmal zur Ruhe kommen und lernen, wie sie beim Singen atmen müssen», erklärt Knödler.

Die beiden Klassen bilden nämlich zusammen eine Chorklasse: Die 21 Kinder nehmen am Projekt «Chorklassen an Grundschulen» teil, das neben der Grundschule Lindenberg unter anderem auch die Antonio-Huber-Schule in Lindenberg Anfang dieses Schuljahres gestartet hat.

Einzige Förderschule

Bei dem Vorhaben handelt es sich laut Knödler um eine Initiative des Bayerischen Kultusministeriums, der Regierung von Schwaben, des Chorverbandes Bayerisch-Schwaben und des Bayerischen Musikrates. Dieses Projekt sieht vor, dass an bayerischen Grundschulen in der ersten und zweiten Jahrgangsstufe die Schüler in Chorklassen zusammen singen. Die Antonio-Huber-Schule ist laut Knödler momentan die einzige Förderschule in Schwaben, die teilnimmt.

Knödler ist vom Konzept dieses Projekts überzeugt: das Singen habe positive Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern. So habe eine Studie an der Ludwig-Maximilians-Universität München gezeigt, dass das Singen zum Beispiel die Aufmerksamkeit, die Konzentration, aber auch die Sprache, die Ausdauer und das Selbstwertgefühl von Schülern steigert.

«Außerdem müssen die Kinder beim Singen lernen, sich selbst wahrzunehmen. Das tut ihnen gut», fügt Knödler hinzu.

Um auch die Stimme der Kinder zu trainieren, stellt der Lehrer den Schülern im Unterricht verschiedene Aufgaben: Jedes Kind soll eine Feder auf die Handfläche legen, anblasen und dabei einen hohen Ton von sich geben. Oder: Die Kinder sollen einen hohen Ton anstimmen und immer tiefer singen.

Gitarre und Akkordeon

Zum Schluss packt Knödler Gitarre und Akkordeon aus und singt mit den Schülern von den «PiPaPoPiraten». Er ist überzeugt: «Jedes Kind kann singen.» Manch einer habe sogar richtig Talent, meint Knödler. Insgesamt viermal in der Woche singen die Kinder in der Chorklasse zusammen.

Am Ende der drei Jahre, in denen Andreas Knödler die Chorklasse betreuen wird, sollen die Schüler der Klasse 1a und 1b richtige Chorsänger sein.

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