Straftat
Jedes Jahr werden wieder Christbäume aus Allgäuer Wäldern gestohlen

Als der Bub mit zehn, elf Jahren nicht mehr ans Christkindle glaubte, nahm sein Vater ihn mit – zum Christbaumstehlen. 'Bald 50 Jahre ist das her', sagt der heute 60-jährige Bub. 'Da war’s bei uns im Allgäu schon so, dass es zwar auf dem Weihnachtsmarkt Bäume zu kaufen gab. Aber die ärmeren Arbeiterfamilien sind ein bis zwei Wochen vorher in den Wald rein.'

Bis zum Spätnachmittag, als es schon ein bisschen dunkel wurde, warteten Vater und Bub. Rauf aufs Fahrrad. Der Bub saß anfangs noch auf dem Gepäckträger; später war er mit dem eigenen Radl unterwegs. Der nächste Wald lag drei Kilometer von der Stadt entfernt. 'Es musste relativ schnell gehen. Es konnte ja immer noch ein Jäger oder Bauer unterwegs sein', sagt der 60-Jährige.

Mit dem Fuchsschwanz sägten Vater und Bub die Fichte ab. 'Das waren keine schönen, edlen Bäume', sagt er und lacht. 'Das waren oft dürre Stecken.' Ein Jutesack drüber gestülpt, den Baum unterm Arm, radelten die beiden wieder nach Hause.

Auch heute ist Christbaumdiebstahl ein Thema, sagt Andreas Täger, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Westallgäu. 'Der Nachbar hat immer den schönsten Christbaum.' Das Problem aber: Die Fälle sind schwer nachweisbar, die Dunkelziffer sehr hoch. 'Das ist aber definitiv kein Kavaliersdelikt', sagt Täger. 'Man muss ein Werkzeug mitnehmen. Das ist vorsätzlich, wie wenn man eine Tür aufbricht.'

Der Schaden ist ebenfalls schwer zu beziffern. 'Der Wert eines Christbaums liegt zwischen 40 und 60 Euro', sagt Täger. Doch rechne man, dass der Baum noch 100 Jahre wachsen könnte, ist der Schaden deutlich höher.

Mehr über das Thema erfahren Sie in der Donnerstagsausgabe unserer Zeitung vom 17.12.2015.

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Autor:

Elisa Hipp aus Kempten

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