«Jedem Kind ein Instrument»

Neugablonz | mab | Wer früh ein Musikinstrument erlernt, wird intelligenter. Das behaupten manche Wissenschaftler. Bei den Kindern verknüpfen und verschalten sich die Gehirnzellen besser, intensiver. Die Kleinen sind später meist sprachbegabter, können besser lernen und ihre Motorik entwickelt sich ebenfalls optimaler. Also sollte eigentlich jedes Kind schon so früh wie möglich ein Instrument erlernen. Doch, wie die siebenjährige Sofia in knappen Worten erklärt, macht daheim bei den Eltern niemand Musik. Ihr Klassenkamerad Elias (6) spielt ebenfalls noch kein Instrument, obwohl der Papa zuhause wohl eine Geige hat. Beide besuchen die Klasse 1a der Neugablonzer Adalbert-Stifter-Schule - sie freuen sich schon jetzt darauf, dass das Thema Musik für sie demnächst eine größere Rolle spielen wird. Denn die Schule realisiert mit Hilfe der Ludwig-Hahn-Sing- und Musikschule sowie Sponsoren ein ehrgeiziges Projekt, das schon an vielen Orten der Bundesrepublik versucht wird: Jedes Kind soll ein Instrument erlernen.

Musikschulleiter Martin Klein ist von der Sache sichtlich begeistert. Rund 80 Kinder erlernen künftig an der Schule ein Instrument. Im ersten Schuljahr werden die wichtigsten Instrumente und unter anderem das Thema Rhythmus besprochen. In diesem Jahr bauen die Kinder auch einfache Instrumente selbst.

«Stemmen die Sache allein»

Im zweiten Schuljahr wird die Klasse je nach Neigung auf Zupf-, Streich- und Blasinstrumente aufgeteilt. Und jedes Kind erhält ein Instrument, das es zum Üben mit nach Hause nehmen darf. «Wir sind das erste Projekt dieser Art in Bayern», so Klein. Zwar gebe es ähnliche Vorhaben, die aber von Zuschüssen und zusätzlichen Elternbeiträgen lebten. «Wir hingegen stemmen die Sache allein, nur mit Hilfe von Sponsoren.»

Musikinstrumente für 80 Kinder sind nicht gerade billig. Es gibt aber laut Martin Firmen, die günstiges Instrumentarium eigens für Kinder herstellen. Trotzdem fallen für das Projekt an der Adalbert-Stifter-Schule Kosten in Höhe von 12000 Euro an. Zum Schluss fehlten noch 2500 Euro. Diese legte die Kaufbeurer Sparkasse drauf. «Wir unterstützen die Idee auch deshalb gern, weil alle Kinder - ohne Ausnahme - nun in den Genuss des Unterrichtes kommen, egal, aus welchem Elternhaus sie kommen», erläutert Angelika Huber, bei der Sparkasse für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Schulleiter Herbert Stumpe verweist ebenfalls auf diesen sozialen Aspekt. «Es hat nicht nur damit zu tun, dass manche Eltern ihren Kindern das Thema Musik nicht nahe legen, weil sie selbst kein Instrument spielen.

» Die einen oder anderen Eltern könnten sich ein solches Hobby einfach nicht leisten. Schon allein aus diesem Grunde freut er sich über das neue pädagogische Angebot an seiner Einrichtung, das allen Kindern zu gleichen Startchancen verhilft.

Warum gerade die Adalbert-Stifter-Schule in den Genuss dieses Projektes kommt, kann Musikschulleiter Klein leicht erklären. Maria Mayer-Günther ist Lehrerin an der Musikschule und gibt zudem an der Stifterschule Musikunterricht. «So kam die Verbindung zustande.»

Klein hofft, dass das Projekt auch auf andere Grundschulen in Kaufbeuren ausgedehnt werden kann, ist sich aber darüber im Klaren, dass das schnell an den Finanzen scheitern könnte. «Schön ist aber, dass die Sache jetzt einmal angelaufen ist.

» Und die bestellten Musikinstrumente sollen im Mai geliefert werden, damit die Kinder rechtzeitig zu Beginn der zweiten Klasse mit dem Unterricht - direkt am Instrument - beginnen dürfen.

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