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Jede Woche treffen sich Senioren zum Mittagstisch

Der richtige Raum in der Wirtschaft ist leicht zu finden. Man muss nur den Bedienungen folgen, die im Minutentakt dampfende Teller und Tablette voller Getränke hineintragen. Und dem Stimmengewirr mehrerer Dutzend Menschen, die sich angeregt unterhalten. Wer nun aber etwa eine Geburtstagsrunde erwartet, liegt falsch.

Die rund 30 Menschen, die sich in der Stegmühle in Hörmanshofen versammelt haben, gehören zum Biessenhofener Senioren-Mittagstisch. Der findet jede Woche in einem anderen Ortsteil Biessenhofens in einer anderen Wirtschaft statt. Den lebhaften Gesprächen zufolge kennen sich die Teilnehmer schon länger.

Das bestätigt auch Centa Meggle, Seniorenbeauftragte der Gemeinde, die im letzten Oktober den Mittagstisch initiiert hat. 'Am Anfang hat die Teilnehmerzahl geschwankt, aber dann wurden es immer mehr.'

Ihr Mann Magnus hat errechnet, dass es insgesamt 1300 Teilnahmen gab – oft von Stammgästen, die fast jede Woche kommen. Für viele ist der Senioren-Stammtisch zur festen Institution geworden. Eine von ihnen ist Antonie Tosik. Sie ist fast von Anfang an dabei.

Mittlerweile ist sie in einer Fahrgemeinschaft, teilweise kommt sie aber auch zu Fuß. Auch andere Fahrgemeinschaften haben sich herausgebildet. 'Das klappt auch beim größten Schneetreiben', so Meggle.

Im Turnus besucht der Mittagstisch neben der Stegmühle die 'Alte Post' und die Pizzeria in Biessenhofen, den 'Hirsch' und den 'Schwarzen Adler' in Ebenhofen und den 'Schwarze Adler' in Altdorf. Die Preise sind immer gleich.

Nicht immer sind gleich viele beim Mittagstisch. Die Altdorfer, so erfährt man, kommen vor allem, wenn der Mittagstisch in Altdorf ist. Da werden es dann schnell über 50 Teilnehmer. Auch sonst bleiben die Ortsteile noch gerne unter sich.

An einem Tisch sitzen die Biessenhofener, am anderen die Hörmanshofener, am dritten die Ebenhofener. Doch die Grenzen verwischen. Ein Biessenhofener sitzt am Hörmanshofener Tisch. 'Er ist geduldet', heißt es scherzhaft aus der Runde.

Am Nebentisch begrüßen sich Biessenhofener und Ebenhofener, als würden sie sich ewig kennen. 'Das muss zusammenwachsen', sagt der Hörmanshofener Franz Stransky.

Auch innerhalb der Ortsteile fördert der Mittagstisch die Kommunikation. 'Man kennt sich, aber man lernt die Leute anders kennen', heißt es, oder: 'Es entstehen Kontakte, die man davor nicht gehabt hat'.

Der Mittagstisch hilft auch denen, die sonst keine Kontakte knüpfen. 'Ideal ist es für die Leute, die allein sind', sagt Gudrun Huber. Der Mittagstisch ermögliche ihnen, in Gesellschaft zu kommen.

Dass der Mittagstisch auf Mundpropaganda fußt, sieht man an Ignaz Betz. Er ist mit 91 Jahren einer der Ältesten im Raum. Seit vier oder fünf Wochen sei er dabei, sagt er. Doch schon jetzt hat er Rosmarie Henkel, die wie er aus Biessenhofen kommt, überredet, mitzukommen. Und nach ihrem ersten Mittagstisch sagt sie: 'Ab und zu werde ich schon wiederkommen.'

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