Ausbildung
Jede Woche einmal im Betrieb

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Während andere Jugendliche sich nach der Schule mit Freunden treffen, verbringt die 14-jährige Asena einmal die Woche drei Stunden beim Lindenberger Unternehmen Creartec und hilft dort mit. Seit Januar macht die Mittelschülerin dort Praktikum und ist begeistert. «Es macht richtig Spaß, und die Mitarbeiter sind alle sehr nett», erzählt das Mädchen. Auch Geschäftsführerin Anja Lührs-Hofer ist zufrieden: «Ich war zunächst sehr überrascht, dass es Jugendliche gibt, die freiwillig zusätzlich zur Schule in einen Betrieb gehen», sagt Lührs-Hofer. Doch die Schülerin habe sich gut im Betrieb eingebracht und auch selbstständig kreativ mit den Produkten der Firma gearbeitet.

Dabei kannte Asena bis vor drei Monaten den bei Creartec angebotenen Ausbildungsberuf des Fachlageristen noch gar nicht. Heute könnte sie es sich dagegen durchaus vorstellen, eine Ausbildung in diesem Bereich zu machen.

Den Kontakt zwischen der Schülerin und dem Unternehmen hergestellt hat Liane Metzler im Rahmen des Projekts BOA (Berufsorientierung Aktiv), das jetzt offiziell an der Lindenberger Mittelschule für die Acht- und Neuntklässler gestartet ist.

Schon seit Anfang des Schuljahres betreut Metzler 15 Jugendliche in allen Fragen rund um Ausbildung und Beruf. «Ich helfe beim Bewerbungen schreiben oder bei der Suche nach einem Praktikumsplatz», sagt die Sozialpädagogin.

Vor allem durch ein betreutes Praktikum, bei dem Jugendliche wie Asena einmal wöchentlich drei Stunden in einem Unternehmen verbringen, sollen sich die Schüler intensiv mit den Berufsbildern beschäftigen und Kontakte zu eventuellen Ausbildungsbetrieben knüpfen.

Projekt seit zwei Jahren

Seit zwei Jahren läuft das Projekt BOA unter der Trägerschaft der Kreishandwerkerschaft Lindau bereits in Lindau. Gefördert wird BOA jeweils zur Hälfte von der Agentur für Arbeit und vom Kultusministerium. Initiiert hat das Projekt der Arbeitskreis «Übergang Schule Beruf».

Liane Metzler will Ansprechpartner für Schüler und Unternehmen sein. «Wenn ich weiß, worauf es den Unternehmen ankommt, kann ich ihnen Jugendliche empfehlen - dann gibt es weniger Enttäuschungen auf beiden Seiten», sagt Metzler. Derzeit ist die Sozialpädagogin noch auf der Suche nach weiteren Unternehmen, die bereit sind, Jugendliche für einen Zeitraum von etwa sechs Wochen, drei Stunden pro Woche, in ihrem Betrieb aufzunehmen.

«Die Nachfrage bei den Schülern ist sehr groß», berichtet Metzler. Auch über konkrete Projekte direkt in den Betrieben sollen die Jugendlichen das Unternehmen und den jeweiligen Beruf kennenlernen. So half Asena bei Creartec unter anderem Farben abzufüllen und Aufträge zusammenzustellen. Doch auch ein eigenes Projekt hat die 14-Jährige in den vergangenen Wochen angepackt.

«Ich habe mir Farben ausgesucht und ein Bild gestaltet», erzählt das Mädchen. Ihrer Chefin Lührs-Hofer gefällt, was Asena völlig selbstständig entworfen hat. Und noch einen weiteren Vorteil sieht sie in dem Projekt: «Man bekommt einen ganz anderen Bezug zu den Materialien und dem Beruf, wenn man kreativ arbeitet.»

Weitere Infos über das Projekt BOA gibt es bei Liane Metzler an der Lindenberger Mittelschule unter Telefon (08381)9277927

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