Jagdgenossenschaft
Jagdgenossenschaft äußert Unverständnis über Regelung zur Schonzeit von Wild

'Diese Entscheidung war falsch' – so kritisierte der Vorsitzende Alois Schmölz bei der Jahresversammlung der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften im Bauernverband (BBV) das Landratsamt Ostallgäu. Im Zentrum der Kritik: die Entscheidung zur Ablehnung der Schonzeitverkürzung der unteren Jagdbehörde. 'Aufgrund der warmen Witterung war die Erfüllung der Abschusspläne bis zum Ende der normalen Jagdzeit nicht möglich', so Schmölz. 'Die Langfristwettervorhersagen haben damals jedoch bereits die Schneefälle und die Temperatureinbrüche vorhergesagt.'

Das Unterallgäuer Landratsamt sei offensichtlich waldfreundlicher eingestellt, denn dort sei der Jagdbeirat in die freie Natur hinausgegangen und habe sich die Situation vor Ort angeschaut, berichtete Schmölz. Auch sei von keiner Beunruhigung des Wildes in den Dickungen auszugehen, da das Wild nur an den Kirrungen bejagt werden soll.

Zudem kritisierte er, dass die Ablehnung per normalem Schreiben und nicht per Bescheid ergangen sei, sodass ein Widerspruch oder eine juristische Klärung nicht möglich sei. Obwohl im jüngsten Vegetationsgutachten der Landkreis Ostallgäu beim Verbiss des Jungwaldes zu den schlechtesten in ganz Bayern gehörte, habe man sich nicht zu einer Genehmigung der Verkürzung der Schonzeit durchringen können. 'Dies wird unsere Waldverjüngung auf Jahre zurückwerfen', so Schmölz.

Im Anschluss daran berichtete Ulrich Hins von der Hauptgeschäftsstelle des BBV in Augsburg über Möglichkeiten, Jagdpachtverträge zu gestalten. In den nächsten zwei bis drei Jahren stünden sehr viele Neuverpachtungen an, so Hins. Er erklärte, dass bei einer Neuverpachtung üblicherweise eine Mindestlaufzeit von neun oder bei Hochwild von zwölf Jahren vorgeschrieben sei. Dies träfe jedoch nicht auf Vertragsverlängerungen zu. Hier könnten laut Hins auch kürzere Verlängerungszeiten vereinbart werden.

Der Jagdpachtvertrag bestehe aus einem öffentlich-rechtlichen und einem zivilrechtlichen Teil. Nur der öffentlich-rechtliche Teil sei vom Landratsamt zu prüfen, die anderen Teile könne das Landratsamt lediglich zur Kenntnis nehmen. Der öffentlich-rechtliche Teil bestimme, welche Größe ein Jagdrevier haben muss, wer Vertragspartner sein kann und wie lange die Vertragsdauer sein muss.

Darüber hinaus sollten im zivilrechtlichen Teil Regelungen zum Wildschadensersatz über den körperlichen Nachweis des erlegten Wildes sowie Gerichtsstand oder Anzahl der Begangschein-Inhaber festgelegt werden. Hierzu wird der BBV in der nächsten Zeit ein Seminar anbieten.

Im Anschluss daran berichtete Forstdirektor Gerhard Limmer über die anstehenden Aufnahmen zum Vegetationsgutachten. Dieses Jahr sollen vermehrt Aussagen zu einzelnen Jagdrevieren und entsprechende Abschussempfehlungen gegeben werden. Limmer bot an, dass die Vertreter der Abteilung Forsten des Landwirtschaftsamtes Kaufbeuren bei Waldbegängen mit Jägern und Jagdgenossenschaften beratend zur Seite stehen.

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