Jungtiere
Jäger appellieren an Spaziergänger, den Nachwuchs von Wild nicht anzufassen

  • Foto: Bayerischer Jagdverband (Bayerischer Jagdverband)
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Ob Rehe, Vögel oder Hasen: Bei den Tieren in Wald und Feld gibt es derzeit – im Frühling und Frühsommer – Nachwuchs. 'Es ist die Zeit, in der die Natur zu einer gut gefüllten Kinderstube wird und deshalb ungestört sein sollte', sagt Manfred Werne vom Kreisjagdverband Kempten und appelliert an Wanderer und Spaziergänger: 'Finger weg vom Nachwuchs der Wildtiere, auch wenn er noch so niedlich aussieht.'

In hohen Wiesen legen beispielsweise Rehgeißen ihre Kitze ab, weiß Werne. Auch das ein oder andere Häschen oder junge Vögel mit ihrem weichen Flaum sind dort zu finden – und sehen gleichermaßen süß wie hilfsbedürftig aus.

Doch der Schein trügt: 'Selbst wenn es so aussieht, als seien das Kitz und der Hase von der Mutter verlassen und brauchten Hilfe, ist das in der Regel der völlig falsche Eindruck', sagt Werne. Vielmehr liegen Jungtiere oft stocksteif und mutterseelenallein auf der Wiese, damit sie vom Raubwild nicht wahrgenommen werden.

So säugt Mutter Hase beispielsweise die auf dem Feld liegenden Junghasen nur einmal am Tag, nämlich in der Dämmerung, um keine Fressfeinde auf ihre Jungen aufmerksam zu machen. Auch die Rehgeiß lässt den Nachwuchs oft allein. Nicht, weil sie eine Rabenmutter ist, sondern um die Kleinen zu schützen.

'Ihr sicherer Tod'

Die Jungtiere zu streicheln oder gar mitzunehmen, wäre 'ihr sicherer Tod', betont der Vorsitzende des Kreisjagdverbands. Denn nur sehr selten gelinge es, den wilden Nachwuchs tatsächlich aufzuziehen. Am besten helfe man den Tieren, wo Werne, indem man schlicht und einfach Rücksicht nimmt.

So sollten Reiter die Wege nicht verlassen und Hunde gehörten beim Spaziergang über die Frühlingswiesen an die Leine. Denn freilaufende Hunde könnten die wehrlosen Jungtiere schnell aufspüren.

'Die Naturschutzgesetze verbieten grundsätzlich, wildlebende Tiere mutwillig zu beunruhigen, zu belästigen, zu fangen, zu verletzten oder zu töten', sagt Werne.

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