Marktoberdorf
Ja zur Umgehung mit Wunschliste

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Die Stadt Marktoberdorf unterstützt den geplanten Bau einer Umgehung für Marktoberdorf und Bertoldshofen. Gleichzeitig hat der Stadtrat am Montagabend vor rund 100 Zuhörern einen langen Katalog von Forderungen verabschiedet, bei denen es beispielsweise um die Anbindung der Füssener Straße an die neue Trasse geht. Viele Vorschläge betreffen zudem die Rad- und Feldwege sowie Gemeindeverbindungsstraßen rund um Bertoldshofen. Ein wichtiger Punkt ist ferner die geringe Entlastungswirkung für die Marktoberdorfer Innenstadt durch die neue Umgehung.

Einführend erinnerte Bürgermeister Werner Himmer an die mehr als 20 Jahre Vorgeschichte. Seit April 2003 sei das Projekt, das mit 25 Millionen Euro veranschlagt ist, im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans. Nach der öffentlichen Auslegung der Unterlagen im laufenden Planfeststellungsverfahren haben Bürger und Gemeinden bis 19. März Zeit, ihre Anmerkungen einzubringen.

«Das Ziel der Umgehung wird von niemand in Frage gestellt. Wir waren noch nie so weit», bekräftigte Himmer. Er machte aber deutlich, dass für die Stadt noch viele Fragen offen seien. Diese Wünsche müssten jetzt formuliert werden, betonte Hansjörg Wurster, Fachanwalt aus Freiburg, der die Stadt berät. Er stellte dar, dass nur Anregungen, die bis 19. März vorliegen, bei der Anhörung im Planfeststellungsverfahren zur Sprache kommen.

Die einzelnen Kritikpunkte an der 8,2 Kilometer langen Trasse stellte Stadtbaumeister Peter Münsch umfassend dar. Über 20 Punkte stimmte der Stadtrat ab. Die Anmerkungen und Nachforderungen, die der Anwalt noch ausformuliert, wurden weitgehend einstimmig von den Stadträten unterstützt.

Wenig Entlastung für Zentrum

Wichtiges Thema war die mangelnde Entlastung für die Innenstadt. In Bertoldshofen (Grafik) verschwinden rund 80 Prozent des Verkehrs aus dem Ort, in Marktoberdorf sei aber kaum eine Veränderung prognostiziert. Anwalt Wurster: «Den Bürgern wurde eine Entlastung versprochen und nicht die Beibehaltung des Status quo.» In der Bahnhofstraße, so Münsch, habe die Stadt 2003 mehr Verkehr gezählt, als nun für die Umgehungsplanung zugrunde gelegt wird. Wie das Bauamt zu seinem Ergebnis komme, sei aber nicht nachvolziehbar, da die Behörde ihr Verkehrsgutachten nicht komplett offen gelegt hat.

Sprecher aller Fraktionen lobten die gute Vorarbeit von Münsch. Sie bekräftigten ihr Ja zur Umgehung, betonten aber, wie wichtig es sei, die Interessen der Stadt im Planfeststellungsverfahren vehement zu vertreten. Keine Zustimmung fand der Vorschlag des Straßenbauamts, die bisherigen Bundesstraßen im Kernstadtbereich als Gemeindestraßen an die Stadt zu übergeben. Der Stadtrat will eine Einstufung als Staatsstraßen, da auch künftig sehr viel Verkehr durch die Stadt fließe und diese Route Umleitungsstrecke bleibe. Daher könne man den Bauunterhalt nicht der Stadt aufbürden.

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