Kempten
Ist Vertrag fürs Lokal überhaupt noch gültig?

Glaubt man Wolfgang Reischmann, schwelt der Streit mit dem Betreiber des Dachgarten-Restaurants im obersten Geschoss des Kemptener Modehauses seit zwei bis drei Jahren. Glaubt man dem Betreiber Jürgen Nüssler, gibt es die Probleme erst seit ein paar Monaten. Einig sind sich die beiden Parteien zudem weder über die Nebenkosten, die Nüssler an Reischmann zahlen muss, noch über die Laufzeit des Pachtvertrags: Nüssler ist der Meinung, sein Vertrag laufe noch bis 2014. Reischmann hingegen sagt: «Der Vertrag ist zum 1. Februar ausgelaufen.»

Am 19. April soll nun das Landgericht in Kempten entscheiden, wie es weiter geht.

Schon lange, betont Jürgen Nüssler, arbeitet er im Betrieb. Früher habe er die Restaurants der Firma Wagner geleitet. Als Reischmann kam, habe er das Dachterrassen-Restaurant in Kempten übernommen. Und da, klagt der Betreiber, seien ihm über Monate hinweg «ungerechtfertigte Nebenkostenforderungen» ins Haus geflattert. Lange habe er die Rechnungen anstandslos bezahlt. Sein Anwalt habe ihm dann vor einigen Monaten geraten, die Zahlungen sofort einzustellen.

Am vergangenen Donnerstag schließlich habe er von Reischmanns Anwalt ein Schreiben bekommen mit der Androhung, dass der Strom abgestellt werde.

An diesem Montag dann ließ Reischmann den Worten Taten folgen und den Strom abschalten. Per einstweiliger Verfügung vom Gericht, die er sofort beantragt hatte, bekam Nüssler seinen Strom am Dienstag wieder. Das soll nun zumindest bis zur Verhandlung im April so bleiben.

«Es geht um 25 Mitarbeiter»

Dabei muss auch geklärt werden, wie das Mietverhältnis zwischen Nüssler und Reischmann aussieht. Laut dem Betreiber nämlich hat er einen Mietvertrag «auf zwei mal fünf Jahre». Das Mietverhältnis bestehe demnach bis 2014 und so lange will Nüssler auch bleiben. «Schließlich geht es hier um 25 Mitarbeiter.»

«Diese müssen auch keine Angst um ihre Arbeitsplätze haben», betont Wolfgang Reischmann. Allerdings sagt er auch, dass das Mietverhältnis mit Nüssler laut Vertrag zum 1. Februar dieses Jahres beendet worden sei: «Herr Nüssler bezieht sich auf eine Option, den Vertrag zu verlängern, die er aber in Wirklichkeit nie hatte. Er hat also keinen Vertrag und zahlt keine Nebenkosten», ärgert sich Reischmann. Zudem zahle der Betreiber übrigens bereits seit August 2008 keine Nebenkosten mehr. Auf rund 100000 Euro würden sich die Verbindlichkeiten belaufen.

Und wie soll es nun weitergehen? Grundsätzlich, betonen beide Parteien, sei man ja gesprächsbereit. «Aber die Situation ist schon sehr verfahren», meint Reischmann. Deshalb könne er es sich kaum mehr vorstellen, mit Nüssler weiter zu arbeiten.

Das Restaurant jedoch werde auf jeden Fall bleiben: «Da überlegen wir momentan, ob wir es selbst betreiben oder wieder einen Pächter suchen.»

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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