Sonthofen
Ist grau zugleich altbacken?

«Soll die Fassade des Sonthofer Gymnasiums grau blei-ben? Im Bauausschuss des Stadtrats entwickelte sich eine lebhafte Diskussion um die Gestaltung des Schulbaus. Die Auseinandersetzung gipfelte in einer Bemerkung von Bürgermeister Hubert Buhl: Aus der Schule solle kein Schloss Neuschwanstein entstehen.

Schulleiter Hubert Thiele hatte sich vehement gegen die geplante ergrauende Holzverkleidung gewehrt: «Wir haben kein Seniorenheim». Der Ausschuss entschied sich schließlich bei einer Gegenstimme für die geplante Außenansicht, was Thiele enttäuscht quittierte: «Das schlimmstmögliche Ergebnis.»

Holger Kess vom beauftragten Architekturbüro Haase in Karlstadt hatte zuvor im Ausschuss die Planung erläutert, die bereits vor einem Jahr als Entwurf vorgestellt worden war. Die Lamellen aus heimischem Holz seien schnell austauschbar, ökologisch sinnvoll und preiswert, hielt der Planer fest.

Mit dem Holz, das «in Würde altern» solle, schaffe man einen gleichmäßigen Hintergrund für das geplante Farbenspiel mit «lebendigen Fensterbändern», farbigem Sonnenschutz aus Metall sowie Metallelementen mit hinterlegter Farbfolie, so der Vertreter des Architektur-Büros

Sieht wie ein Stadel aus

Schulleiter Thiele konterte mit dem Hinweis, dass die Schüler bei der geplanten Außenansicht an einen Stadel denken würden. Der Direktor: «Hier ist etwas am Veralten, ist etwas nicht mehr in». Darin könnten sich die jungen Menschen nicht wohlfühlen. Stadtrat Wolfgang Deppe (Freie Wähler) schloss sich dieser Argumentation an. Er meinte, dass «grau» die Stimmung beeinflusse. «Die Schule war lange genug alt und hässlich», argumentierte auch CSU-Rätin Anja Bader.

Michael Borth (Grüne) sprach dagegen von einem «ausgewogenen Verhältnis von Farbe und grau». Auch Christian Lanbacher (Freie Wähler) hat mit der «Patina» des Holzes kein Problem. Auch wenn ihn die Planung nach eigener Aussage optisch nicht gerade umhaut, ist ihm klar, «dass man aus einem hässlichen Entlein keinen goldenen Schwan machen kann».

Bürgermeister Buhl lobte ebenfalls das ausgewogene Verhältnis. Der Rathaus-Chef schlug vor, den Schwerpunkt der Gestaltung in den Innenbereich des Gymnasiums zu verlegen.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen