Oberstdorf / Senegal
Internat im Senegal bereitet Kopfzerbrechen

Der Oberstdorfer Verein «Hilfe für Afrika - Wasser für den Senegal» ist auch in Sachen Bildung in dem westafrikanischen Staat tätig. Unter der Leitung von Heike Meßenzehl reiste eine Delegation des Vereins zur Einweihung zweier neuer Schulen in den Senegal. Das erste Projekt entstand in Khombole, der Heimatpfarrei von Abbé Raphael Wade, nahe der Großstadt Thiès. Mit Unterstützung der Grundschule Burgau sowie des Vereins «Associatione per la vita» aus Tivoli konnte eine sechsklassige Schule für 120 Kinder erbaut werden. Auch die Ausstattung sowie das Schulmobiliar wurden angeschafft.

Bei über 40 Grad im Schatten ging eine beeindruckende Einweihungsfeier mit Trommeln, Tänzen und Gesängen über die Bühne. Ein zweites Schulprojekt wurde in Ndoffongor südlich von Dakar seiner Bestimmung übergeben. Hier nahm ein Collège mit 10 Klassen und über 500 Schülern seinen Betrieb auf. Vier Klassenzimmer wurden erstellt. Eine Reitereskorte geleitete die schwäbische Delegation, darunter auch ein Vertreter der deutschen Botschaft, zum festlich geschmückten Schulhof, auf dem mehr als 400 Gäste versammelt waren. Heike Meßenzehl erhielt den Ehrentitel «Madame École» und dazu die traditionelle afrikanische Bekleidung. Ein weiteres Projekt ist eine Schule zur Lehrlingsausbildung in Colobane. Hier werden 35 Schüler in den Fachbereichen Holzbearbeitung, Metallbau und Textilarbeit theoretisch unterrichtet und praktisch geschult.

Diese Einrichtung wird von der Berufsschule Immenstadt unterstützt. Die aktuelle Hilfe gilt dem Aufbau eines landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Sektors, damit der Eigenbedarf an Nahrungsmitteln gedeckt werden kann. Der Einsatz des Allgäuer Vereins für Schule und Bildung steht immer unter dem Motto «Hilfe zur Selbsthilfe». Mit seinen Mitteln kann er jedoch nur Anschubfinanzierungen leisten und ist stets auf Spenden angewiesen.

Die Betreuung eines Internats in Salemata tief im Süden Senegals bereitet den Oberstdorfern Kopfzerbrechen. Hier ist neben der notwendigen baulichen Sanierung auch die tägliche Ernährung der 180 Kinder in Frage gestellt. Die Reisegruppe konnte sich ein Bild von der Situation machen. In dieser Region des Basarivolkes, das in bitterster Armut lebt, ist auch die «Selbsthilfe» kaum möglich.

Weitere Patenschaften könnten die Lage verbessern. (pm)

Vortrag: Am Dienstag, 6. Juli, findet um 20 Uhr im Johannesheim in Oberstdorf ein Senegal-Vortrag statt.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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