Interkultureller Herbst
Interkultureller Herbst Kempten: Sinti und Roma fordern ein Ende der Diskriminierungen

Die Geschichte der Sinti und Roma, ihre Lebensverhältnisse, Gefühle und ihre Bestrebungen waren Themen eines Informationsabends im Rahmen des interkulturellen Herbstes, veranstaltet vom Freundeskreis der Partnerstädte Kempten und dem Integrationsbeirat der Stadt. Die Referenten beschäftigten sich mit 'Schicksalsfragen einer Minderheit' aus europäischer und bayerischer Perspektive.

Erich Schneeberger, Verbandsvorsitzender Deutscher Sinti und Roma in Bayern, sprach über das gesellschaftliche Leben dieser 'alteingesessenen, historisch gewachsenen Minderheiten, über ihre Ausgrenzung durch die Nationalsozialisten und die 'Geschichte des Völkermordes, dem etwa 500000 Sinti und Roma zum Opfer fielen.'

Ein Verbrechen, das in seinem Ausmaß bis heute unvorstellbar sei. Ziel der Verbandsarbeit sei es, dass sich die Vertreter der bayerischen Sinti und Roma gegen immer noch bestehende Benachteiligungen und Diskriminierung wehren. Sie setzten sich für Gleichberechtigung und den Schutz der Volksgruppe ein.

Das Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten beinhalte nicht nur die Verpflichtung der Unterzeichner, Angehörige der Minderheit vor 'diskriminierenden, feindseligen oder gewalttätigen Drohungen oder Handlungen zu schützen'.

Es appelliere auch daran, 'wirksame Maßnahmen zur Förderung in den Bereichen Bildung, Kultur und Medien zu ergreifen.'

Per Video meldete sich die ungarische Politikerin Lívia Járóka aus Sopron zu Wort. Als einzige Roma im europäischen Parlament setzt sie sich für die Rechte ihres Volkes ein. Für sie sei es zu erdrutschartigen wirtschaftlichen Veränderungen gekommen, die für viele Roma Abschied vom Arbeitsmarkt bedeuteten. Viele lebten in großer Armut. Deshalb sei ein europäischer Zusammenschluss nötig gewesen.

Wichtigste Aufgabe sei nun, auf die Armut konzentrierte, zielgerechte Programme zu schaffen. Barbara Lochbihler, Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses im Europäischen Parlament, schilderte Erlebnisse im Kosovo und in Ungarn.

Die hohe Arbeitslosigkeit der Roma, Armut, fehlende medizinische Versorgung, ein nicht vorhandenes Bildungssystem, Menschenhandel und Prostitution seien hier die größten Probleme. Die Politiker seien aufgerufen, bessere soziale und wirtschaftliche Bedingungen zu schaffen, und mehr für die Einbeziehung der Roma zu tun.

Auch für den aus Sopron stammenden Lajos Fischer, Mitglied im Integrationsbeirat, war die Diskriminierung der Sinti und Roma ein Thema. 'Andere Minderheiten haben es in Deutschland leichter', meinte der Lehrer und Historiker. Deshalb müsse man dazu beitragen, die Situation zu verbessern.

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