Marktoberdorf
Innovativen Akzent gesetzt

Der Jubiläumsauftritt der Musikakademie zu ihrem 25-jährigen Bestehen geriet in der voll besetzten St.-Martins-Kirche zum enthusiastisch gefeierten Festkonzert. Dabei verschmolzen der Chor, das bayerische Landes-Jugendjazzorchester und der renovierte, grandios ausgeleuchtete Johann Georg-Fischer-Kirchenraum zu einer festlichen Trias. Dieser Auftritt stand in einer langen Reihe aufsehenerregender Konzerte. Denn die Musikakademie auf dem ehemals augsburgisch-fürstbischöflichen Schlossberg verstand sich stets über die Funktion als Musikhotel hinaus mit wegweisenden Seminaren und Konzertserien als Förderin und Wegbereiterin der musikalischen Künste.

Aufregender Brückenschlag

Auch mit diesem Festkonzert setzte sie einen innovativen Akzent in dem Cross-over der Klangkörper und Musikstile. Dabei konnte sie zwei Trümpfe ausspielen: ihr internationales Renommee als Chor-Plattform sowie das bayerische Kultzugpferd Landes-Jugendjazzorchester, dessen Geschäftsführung sie übernahm. So dirigierte Akademieleiter Karl Zepnik als Blickfang die Uraufführung einer Auftragskomposition von Wolfram Buchenberg für großen gemischten Chor und Big Band.

Für den Oberallgäuer Komponisten geriet das zehnminütige «Gloria» zur reizvollen Herausforderung.

Bereits 2004 setzte Musica Sacra Maßstäbe mit dem «Requiem» des Schweden Nils Lindberg (Carl Orff-Chor und Landes-Jugendjazzorchester) und seinem aufregenden Brückenschlag zum Jazz. Buchenberg nutzte die beiden Klangkörper zu mitreißender Rhythmisierung und zeigte überraschende Klangsensationen zwischen Chorgesang und Jazzinstrumenten, etwa bei der als Orgelpunkt unterlegten Bassklarinette. Er schichtete geschickt grüblerische Chor-Solopassagen mit Tutti-Dynamik. Der zusammengefasste Chor aus Mendelssohn Vokalensemble, Carl Orff-Chor und Jugendchor Bayerisch-Schwaben entwickelte eindringliche Schlagkraft mit einem fulminanten, final pointierten «Gloria»-Doppelschlag.

Zuvor schon hatte der über 60-köpfige Chor unter Zepniks Leitung mit romantischer Expressivität Mendelssohn wie Bruckner gehuldigt. Mit betörend weichem Klangbild und eingängigen Jazzimpressionen schloss das Landes-Jugendjazzorchester quasi nahtlos an, ebenfalls mit einer Uraufführung, einem zauberhaft swingenden Stück ohne Titel von Nikolaj Dranitsyn. Leiter Harald Rüschenbaum konnte freilich mit fantastischen Solisten auftrumpfen, wie Daniel Klingl am Altsaxofon oder Julian Hesse, der sich bei «Leaving» und «Walkin Tiptoe» an Flügelhorn und Trompete als aufregender Erzähler erwies und das gesamte Auditorium in seine traumhaft weich gerundeten, suggestiven Tonfluten tauchte.

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