Allgäu
Innige Umarmung? Ja, bitte!

Der Mensch, das ist nicht nur wissenschaftlich bewiesen, sondern auch durch den Lauf der Geschichte belegt, ist nicht zum Alleinsein geboren. Er lebt für gewöhnlich in kleinen Gruppen, die zunächst in der Phase der Lehre oder des Studiums Wohngemeinschaft (WG), später dann Familie heißen. Der Mensch ist zeit seines Lebens auf der Suche nach Anschluss, nach Gleichgesinnten, nach Geborgenheit in der Gemeinschaft. Dort ist er glücklich (meistens), dort kann er seinen Gefühlen freien Lauf lassen (manchmal).

Und schon sind wir mitten im Thema: Wo, bitteschön, darf man sich die größten Gefühlsausbrüche leisten? Genau, beim Fußball! Wo lässt sich der eigene Adrenalinspiegel am heftigsten in die Höhe treiben? Genau, in der Großgruppe!

Na ja, und weil eins und eins eben zwei ergeben, ist die Losung recht simpel: Kollektives Fußball schauen ist ein erster Schritt auf dem Weg zur menschlichen Glückseligkeit. Vor allem dann, wenn wir am Ende über einen Sieg von Jogi Löws Truppe jubeln dürfen.

Wobei es beim Public Viewing nicht mit Jubeln alleine getan ist.

Dort, im Becken der Brüder und vor allem der Schwestern im Geiste, darf man nach dem ersten Treffer von Podolski arglos den Arm um die hübsche, anfänglich noch unbekannte Nachbarin legen, beim weiteren Tor von Klose den selbigen um ihre Taille führen, und wenn schließlich Schweini zum 3:0-Endstand trifft, ist jener ein Tölpel, der die Gelegenheit nicht nutzt, den Sieg mit einem (sachten) Kuss zu besiegeln.

Public Viewing, ein auch in unserer Region oft kostenloses Wundermittel gegen Trübsal, Trostlosigkeit und den Alltags-Blues.

Lieber Leser, halten Sie einen Moment inne, lassen Sie ihren Blick ein paar Zentimeter nach oben schweifen und betrachten Sie das oben stehende Foto, geschossen vor zwei Jahren beim Public Viewing in Marktoberdorf während der EM. Nun wissen Sie, was ich ein paar Zeilen weiter vorne meinte.

Fazit mit anderen Bundes-Jogis

Andererseits: Gibt es Schöneres, als im Kreise gleich gesinnter Fußball-Experten zu philosophieren, zu sinnieren, zu schwadronieren? Zusammen mit anderen Bundes-Jogis Analysen zu erstellen, Auswechslungen vorzunehmen oder nach 90 Minuten ein unumstößliches Fazit zu ziehen? Meine Antwort lautet: Nein. Und deshalb gilt mein Dank all jenen, die in diesen WM-Tagen im Allgäu die Leinwände ausrollen.

 

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