Integrierte Leitstelle
Innerhalb von zwölf Minuten am Einsatzort

Der Umzug ist geschafft. Die neue Integrierte Leitstelle (siehe Infokasten) für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung hat in der Burgauer Straße in Krumbach ihre Arbeit aufgenommen. Die Leitstelle ist für 460000 Menschen zuständig, unter anderem für die Bewohner des Landkreises Unterallgäu und der Stadt Memmingen. Was sich für die Bürger verbessert, erklärt Leitstellenleiter Karl Heinz Lentz. Er verweist insbesondere auf den Feuerwehrbereich. Künftig soll computerunterstützt analysiert werden, welche Fahrzeuge und Geräte beispielsweise bei einem Brand vor Ort benötigt werden.

In diesem Zusammenhang soll auch die landkreisübergreifende Zusammenarbeit verbessert werden. Doch bis die Feuerwehr in den Betrieb der Leitstelle integriert ist, werden noch einige Monate vergehen. Vorgesehen ist, dass ab 3. Mai 2011 die Feuerwehr-Notrufe (112) ebenfalls in der neuen Leitstelle einlaufen.

Jeder Einsatzort, der an einer Straße liegt, soll innerhalb von zwölf Minuten erreicht werden. Bei einem Unfall beispielsweise in einem Wald könne die Zeit nicht unbedingt eingehalten werden, erklärt Lentz. Die Notrufnummer 19222 soll auch künftig erhalten bleiben. Anrufe über die Nummer 110 laufen weiterhin bei der Polizei ein.

Die nächsten drei Monate gelten noch als Probelauf, erklären Lentz und sein Stellvertreter Reiner Wolf. 19 Mitarbeiter sind derzeit im Wechsel im Einsatz, um Notrufe entgegenzunehmen und die Einsätze des Rettungsdienstes zu koordinieren. In einem großen Raum im Obergeschoss sind sechs modern ausgestattete Arbeitsplätze untergebracht. Vier davon sind besetzt. Die zwei weiteren Plätze werden belegt sein, wenn im Mai auch die Feuerwehralarmierung über die Leitstelle abgewickelt wird. Fünf Monitore hat jeder Mitarbeiter an seinem Platz vor sich, auf denen er sich unter anderem einen Überblick über das geografische Informationssystem mit dem digitalen Kartenmaterial, über die Verfügbarkeit der Notarztwagen oder über die momentane Belegung der verschiedenen Kliniken verschaffen kann. Dementsprechend wird von ihm der Einsatz koordiniert. Daten von rund 900 Ärzten, acht Kliniken und circa 450 Feuerwehren sind hinterlegt.

Herz der Anlage schlägt im Keller

Das Herz der Anlage schlägt im Keller. Im dortigen Serverraum blinkt und rauscht es in zahlreichen Schränken. An der Wand verlaufen dicke Stränge mit unzähligen Kabeln. «Rund 24 Kilometer sind im Haus verlegt», erklärt Lentz. Und was passiert, falls der Strom einmal ausfällt? Dafür gibt es eine Dreifachabsicherung: Zunächst schaltet die Anlage auf das Notstromaggregat um. Für einen längeren Ausfall gibt es ein Dieselaggregat im Haus. Und dann könnte noch über eine sogenannte Fremdeinspeisung ein Dieselaggregat angeschlossen werden, das außerhalb platziert ist.

Viel Arbeit sieht Systemadministrator Horst Schömer noch auf sich zukommen, wenn ab Mai auch die Feuerwehralarmierung über die Leitstelle läuft. Wenn dann aber die Umstellung geschafft ist, findet ein Kapitel, das über viele Jahren hinweg Politiker und Fachleute gleichermaßen beschäftigt hat, seinen Abschluss.

 

Die neue Integrierte Leitstelle für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung ist in der Burgauer Straße 3 in Krumbach untergebracht. Bislang befand sich die Leitstelle in der Lichtensteinstraße. Unser Bild zeigt Leiter Karl Heinz Lentz (links) im Gespräch mit Mitarbeitern. Foto: Monika Leopold-Miller

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