Innensanierung der Kirche St. Michael für 625 000 Euro

Marktoberdorf-Bertoldshofenl hkw lDa die Finanzierung steht, geht nun die Renovierung der spätbarocken katholischen Pfarrkirche St. Michael weiter. Nachdem bis 2001 Außenfassade und Dachstuhl des 280 Jahre alten Bertoldshofener Gotteshauses erneuert worden waren, hat kürzlich die Innensanierung begonnen: So wurde laut Kirchenpfleger Franz Lang beispielsweise bereits der schadhafte, durchnässte Putz im Sockelbereich erneuert.

Nach diesen und anderen 'rein baulichen Arbeiten' (Kostenpunkt: 25 000 Euro) soll die eigentliche Innensanierung nach Ostern beginnen. Diese wird zirka zwei Jahre dauern, sagen Franz Lang und Norbert Fichtl von der Kirchenverwaltung. Insgesamt 625 000 Euro hat das Diözesanbauamt in Augsburg entgegen früherer, höherer KoSchätzungen dafür veranschlagt; den Löwenanteil von 500 000 Euro machen die barocken Decken- und Wandmalereien aus. Der Eigenanteil beträgt 305 000 Euro, der Rest kann laut Fichtl mit Zuschüssen abgedeckt werden (siehe Infokasten).

Die Innensanierung von St. Michael war 2001 auf die lange Bank geschoben worden, weil die damals veranschlagten 1,5 Millionen Euro nicht finanzierbar waren. Über eine Million Euro davon hätte allein die Restaurierung der Fresken ausgemacht. Nun soll eine günstigere Sanierungstechnik zum Einsatz kommen, die beim Deckenfresko 'Das ewige Leben' schon erprobt wurde.

Konservieren statt restaurieren

Diese kommt jedoch 'nur' einer Konservierung (Bestandssicherung) und keiner 'Gemälderestaurierung' im Sinne von Wiederherstellung gleich: Dabei wird Fichtl zufolge die aufstehende, vom Abblättern bedrohte Farbe angeklebt. Wo die Fresken aufgrund abgebröckelter Farbe bereits weiße Flecken aufweisen, 'kann nichts getan werden'.

Laut Diözesanbauamt besteht bei der Konservierung der schadhaften Kirchenfresken und -gemälde auch die Gefahr, dass die Malereien ein 'Pflegefall' bleiben. Denn diese seien wegen der in Bertoldshofen verwendeten Öltempera-Maltechnik sehr anfällig. Mit der unter den Kirchenbänken angebrachten Elektroheizung scheint der Schuldige für die Schäden schon gefunden, so Lang und Fichtl: Wo im Winter die warme Heizungsluft auf die kalten Kirchenwände träfe, käme es zu massiver Kondenswasserbildung.

Derzeit wird mit einem an der Mittelschiff-Decke angebrachten Luftfeuchtigkeits-Messgerät ein raumklimatisches Gutachten erstellt. Ob die Bilder durch eine neue Heizung weniger angegriffen würden, wie stark die Kirche während der Bauzeit in den kommenden zwei Jahren eingerüstet wird und welche Kirchenmaler das Diözesanbauamt beauftragen wird, ist noch offen.

'Sicher ist aber, dass uns Spenden immer willkommen sind', meint Fichtl. Denn neben den Fresken müssen in St. Michael unter anderem schadhafte Stuckarbeiten nachgearbeitet sowie Risse in der Raumschale - etwa im Mittelbogen, der den Altarraum mit dem Langhaus verbindet -gekittet werden. 'Diese Risse sind auch eine Gefahr für die Kirchenbesucher', betont Fichtl.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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