Kempten fragt nach!
Innenentwicklung: Stadt Kempten befragt Eigentümer von Baulücken und Leerständen

Das Thema Innenentwicklung, das heißt das Bauen und Umbauen im Siedlungsbestand, beschäftigt die Stadt Kempten intensiv. (Symbolbild)
  • Das Thema Innenentwicklung, das heißt das Bauen und Umbauen im Siedlungsbestand, beschäftigt die Stadt Kempten intensiv. (Symbolbild)
  • Foto: Manfred Antranias Zimmer auf Pixabay
  • hochgeladen von Josef Brutscher

Damit Kempten attraktiv und lebenswert bleibt, befragt die Stadt Kempten (Allgäu) Eigentümer von Baulücken und Leerständen. Die Befragung durch ein Anschreiben und einen Fragebogen beginnt am Mittwoch, 10. November 2021.

Innenentwicklung ist ein intensives Thema in Kempten

Das Thema Innenentwicklung, das heißt das Bauen und Umbauen im Siedlungsbestand, beschäftigt die Stadt Kempten intensiv. Vor knapp einem Jahr wurde das Innenentwicklungskonzept für die Stadt Kempten fertiggestellt. Es fand eine systematische Bestandsaufnahme sogenannter Innenentwicklungspotenziale statt. Dieser Begriff umfasst beispielsweise Baulücken oder Brachflächen, die bebaut werden könnten, aber auch leerstehende Wohngebäude und Gewerbeflächen in der Kernstadt oder leerstehende Hofstellen in den Stadtteilen. Aus den Ergebnissen wurden zudem Strategien zur Stärkung der Innenentwicklung abgeleitet.

Vorschlag: Befragung der Eigentümer

Ein wichtiger Vorschlag war die Befragung der Eigentümer und Eigentümerinnen der zahlreichen privaten Grundstücke zu ihren Interessen und zu möglichem Beratungsbedarf. Das möchte die Stadt nun angehen. Grund dafür ist unter anderem. der wachsende Siedlungsdruck auf die Stadt Kempten, die als attraktiver Wohn- und Arbeitsstandort sehr beliebt ist. Die Stadtverwaltung erhält immer wieder Anfragen nach Bauplätzen, aber auch nach Bestandsimmobilien und bemüht sich diesen Nachfragen gerecht zu werden. Ein immer weiteres Ausweisen von neuen Baugebieten auf der „Grünen Wiese“ kann nicht die alleinige Antwort auf die hohe Nachfrage sein. So stellt Innenentwicklung sicher, dass die vorhandene Infrastruktur, wie zum Beispiel Kanal und Strom im bebauten Siedlungsraum ausreichend ausgelastet und effizient genutzt wird.
Es geht aber auch darum, die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten, Ressourcen- und Klimaschutz gerecht zu werden, sowie den Erhalt des vorhandenen ortstypischen Baubestands zu unterstützen.

Zahlreiche Schätze im Siedlungsbestand vorhanden

Die flächendeckend durchgeführte Bestandsaufnahme im Stadtgebiet hat insgesamt circa 1.350 Innenentwicklungspotenziale zu Tage gefördert, was ungefähr 175 Hektar an Fläche entspricht. Wichtig ist hier zu erwähnen, dass es sich lediglich um ein theoretisches Potenzial handelt und dieses zum Beispiel im Fall von geringfügig bebauten Grundstücken nur zum Teil nutzbar ist. Aus dem großen Bestand an Potenzialen stechen die aktuell circa 190 Baulücken und knapp 300 leerstehenden Wohngebäude heraus. Bei den Baulücken ist auffällig, dass über 75 Prozent in Gebieten liegen, in denen bereits ein Bebauungsplan aufgestellt wurde. Das bedeutet, dass auf diesen Grundstücken Baurecht besteht und diese auch kurzfristig bebaut werden könnten. Voraussetzung dafür ist am Ende das Interesse der Eigentümerinnen und Eigentümer.

Hier setzt die Eigentümerbefragung an

Angeschrieben werden Eigentümer von Baulücken und Leerständen. Sie erhalten einen kurzen zweiseitigen Fragebogen, der unter anderem die tatsächliche Verfügbarkeit, sowie das eigene Investitions- und Bauinteresse, ermitteln soll. Außerdem wird nachgefragt, ob eventuell die Bereitschaft zum Verkauf des Grundstücks besteht oder ob es weiterer Beratungsangebote bedarf, wie zum Beispiel zu Baurecht, Vermarktung oder Ideen zur Bebauung. Mit diesem Wissen lassen sich dann wiederum geeignete Maßnahmen ergreifen, um Eigentümer passgenau zu unterstützen. Denkbar wäre beispielsweiße auch, dass bauwillige Eigentümer selbst Wohnungen schaffen und mit barrierefreien Wohnraum für das Alter vorsorgen.

Weitere Informationen zur Befragung

Der Versand der Fragebögen beginnt am Mittwoch, den 10. November 2021. Zusätzlich hat die Stadt Kempten für die angeschriebenen Eigentümer noch eine Informationsveranstaltung geplant. Diese bietet den Eigentümern die Möglichkeit, direkte Fragen zum Hintergrund, Baurecht und vielem mehr zu stellen. Außerdem werden zusätzliche Informationen bereitgestellt, die über den Mehrwert der Innenentwicklung informieren. Abgerundet wird das Ganze durch Hinweise, wie Eigentümer ihre Potenziale aktivieren und so einer neuen Nutzung zuführen können. Die Eigentümer werden herzlich gebeten sich aktiv einzubringen und die Fragebögen zurückzuschicken. Das gibt Planungssicherheit und hilft, dass die Stadt auch weiterhin lebendig und lebenswert bleibt.

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