Neues Buch
Ines Ebert schildert in Sommergarben bäuerliches Leben von früher

Das Allgäu vor 400 Jahren: Eine zersiedelte Gegend mit Einödhofen, Wald und kargem Ackerbau. In den Städten leben die Menschen auf engstem Raum. Für den jungen Melchior Riedmüller Grund genug, sein Glück in der Schweiz zu suchen – und damit zugleich die Schrecken der Pest und des Dreißigjährigen Krieges hinter sich zu lassen. Im aufstrebenden Rorschach findet er ein neues Zuhause – und Johanna Stübi. Es entwickelt sich eine Familiengeschichte über Jahrhunderte hinweg. Man kann sie nun im Roman 'Sommergarben' verfolgen.

Auf die Idee, über das bäuerliche Leben des 17. Jahrhunderts zu schreiben, kam die Autorin Ines Ebert (62) durch ihre Arbeit im Ortsarchiv Diepoldshofen (bei Leutkirch), wo sie auf alte Akten der Familie Riedmüller stieß. Es folgten umfangreiche Recherchen in kirchlichen, kommunalen und staatlichen Archiven für den Roman, der in der Zeit von 1637-1843 spielt.

Die Hauptfigur Melchior Riedmüller hält es nicht in der Schweiz. Mit seiner Frau Johanna kehrt er zurück ins Allgäu – ein entvölkertes und verwüstetes Land. In einem Arbeits- und Sittenbild beschreibt Ebert die Zähigkeit und den Fleiß, den die Allgäuer Bauern damals aufbringen mussten, um überleben zu können. Das Anwesen kommt zu neuer Blüte und schafft auch die Umstellung vom Ackerbau zur Milchwirtschaft.

Ebert stammt aus dem Ostalbkreis und lebt mit Mann und Katze Lilli in Wangen im Allgäu. Die Mutter von zwei Töchtern versteht es gut, harte Fakten und Fiktion zu vermischen. Als sie bei den Quellenstudien und Literatur-Recherchen an die Grenzen stieß, ließ sie ihre Fantasie spielen, sagt sie.

Die Diplom-Museologin hat im Anhang eine Übersicht über sieben Generationen Riedmiller geliefert. Das ist eine wichtige Hilfe, um die Verästelungen der Familie im Text verfolgen zu können. Denn für das Buch Sommergarben ist Disziplin beim Lesen erforderlich.

Dieser historische Roman, der auch einen Schuss Erotik enthält, steht stellvertretend für viele Familiengeschichten und ist ein Denkmal für die Leistung der Bauern im bayerischen und württembergischen Allgäu.

Ines Ebert: Sommergarben – Historischer Roman aus dem Allgäu. Silberburg-Verlag Tübingen und Lahr/Schwarzwald. 368 Seiten, 14,90 Euro.

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