Bilanz
In Zukunft weniger Geld für Straßenbau

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2010 war das erste Sparjahr nach dem Rekordbudget für den Straßenbau im Allgäu zwölf Monate zuvor. Geprägt war es von einem harten Winter sowie Bauprojekten aus 2009, die noch fertiggestellt und abbezahlt werden mussten. So fasst Bruno Fischle, Leiter des Staatlichen Bauamtes in Kempten, seine Straßenbau-Bilanz für das vergangene Jahr zusammen. In Zahlen heißt das: Hatte er 2009 rund 40 Millionen Euro zur Verfügung, waren es ein Jahr danach 33 Millionen. Wie viel Geld er 2011 für die Betreuung von unter anderem rund 1300 Kilometern Bundes-, Staats- und Kreisstraßen im Allgäu erhalten wird, ist noch unklar.

«2009 war durch das Konjukturprogramm und die Fertigstellung der B19 ein Rekordjahr», sagt Fischle. In der Folge sei Sparen angesagt, weil Bundes- und Staatsregierung die Neuverschuldung reduzieren beziehungsweise auf null zurückfahren wollen. Der Spielraum für große, neue Projekte sei daher klein - zumal Eis und Schnee gewaltig zu Buche schlagen: Rund 5,5 Millionen Euro für 20000 Tonnen Salz und andere Ausgaben verschlang der Winter 2009/10. Heuer sind es bereits jetzt 16000 Tonnen. Mit den Ausgaben für zum Beispiel Fremdunternehmer im Winterdienst, Löhne und Reparaturen belaufen sich die Kosten bisher auf drei Millionen Euro. Damit sei zu erwarten, dass dieser Winter ebenso viel, wenn nicht mehr koste, wie der des Vorjahres.

Zunehmend Unwetterschäden

Neben dem Winterdienst sind laut Fischle besonders die zunehmenden Schäden durch Unwetter und Hochwasser teuer. Betroffen seien davon ebenso wie vom Frost vor allem Straßen, deren Grundsubstanz ohnehin schlecht ist. Die Fahrbahnen leiden über die Jahre besonders durch den ständigen Wechsel von Frost und Tauwetter sowie dem stetig wachsenden Schwerlastverkehr.

Zwölf von 33 Millionen Euro Gesamtbudget (17 Millionen für Bundes-, 14 für Staats- und zwei für Kreisstraßen) flossen 2010 in den Straßenbetriebsdienst. Ein Drittel davon entfiel auf den Winterdienst, der Rest zum Beispiel auf Mäharbeiten und Straßenmarkierungen. Die Bestandserhaltung verschlang acht Millionen Euro, der Bau von Geh- und Radwegen eine.

Trotzdem sind laut Fischle auch für 2011 noch alte Rechnungen offen, die bezahlt werden müssten, bevor neu investiert werden könne.

Das ist 2011 geplant

Die alle vier Jahre stattfindende Zustandserfassung. Dabei werden die Straßen auf Schäden wie Spurrinnen und Risse hin geprüft.

Grünes Licht gibt es für die Sanierung des Wertachtalübergangs (Oberallgäu). Allerdings folgt hier zuerst die europaweite Ausschreibung und das sei eine langwierige Angelegenheit. Baubeginn ist laut Fischle nicht vor 2012 zu erwarten.

Losgehen soll es mit der seit 20 Jahren diskutierten Ortsumfahrung von Benningen (Unterallgäu).

Um finanzielle Mittel kämpft Fischle noch für den B16-Ausbau nördlich von Stötten (Ostallgäu) und den dreispurigen Ausbau der B12 südlich von Jengen (Ostallgäu). «Die Brücken dort sind demnächst fertig. Wir würden aber gern auch die Straße machen», sagt er.

Nicht am Geld, dafür am Grunderwerb hapert es beim Ausbau der Staatsstraße südlich von Lengenwang (Ostallgäu). Dort fehlen noch 300 Meter zum Lückenschluss.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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