Meisterkonzerte
In wunderbarste Romantik gehüllt

Das Eröffnungskonzert der Meisterkonzerte mit dem Motto «Meeresleuchten und Nachtgesang» in der dafür sehr geeigneten Aula der Fachober- und Berufsoberschule (FOS/BOS) war eine runde, wohltuende und sehr angenehme Sache, wenn auch der Besuch hätte besser sein dürfen. Aber für die anwesenden Gäste war es ein erfreulicher Abend.

Denn mit dem «Ensemble cantissimo» und den Solisten Iris Anna Decker (Sopran), Ursula Eittinger (Alt), Andreas Weiler (Tenor), Manfred Bittner (Bass) sowie Götz Payer (Klavier) und unter der umsichtigen, dabei zurückhaltenden Leitung von Markus Utz gastierte ein Instrumentarium, das es in sich hatte. In Konstanz beheimatet, waren dies alles Solisten von Rang, der ganze Chor, der ein Programm bot, das zu Herzen ging und aufrichtig begeisterte.

Edelste Chordarbietungen

Während des Klavierstimmens gab es einen Kurzvortrag über den Komponisten des Abends, den Brahms-Freund Heinrich von Herzogenberg.

Von ihm, der von 1843 bis 1900 in Leipzig und Berlin lebte, wurde ein Programm mit edelsten Chordarbietungen geboten, von den meisten Anwesenden noch nie gehört und trotzdem restlos begeisternd. Es waren Chorlieder nach Dichtungen von Hebbel, Goethe, Heyse und Joseph von Eichendorff, unterbrochen durch Klavierstücke von Brahms und Schumann. Diese Texte hatte von Herzogenberg in wunderbarste Romantik gehüllt, die in der Tradition von Schumann und Brahms stand.

Die zahlreichen Kammermusikwerke des Komponisten, zu denen auch diese Chorkompositionen gehören, zeichnen sich durch Formvollendung und Liebenswürdigkeit aus, denen freilich eine gewisse Kühle gegenübersteht. Das macht eine offene Begeisterung für sie relativ schwer. Dennoch war das Memminger Publikum sehr angetan von der nicht ganz einfachen Kunst eines Heinrich von Herzogenberg.

Die romantische Musik für die genannten Texte ist meistens sehr emotional gehalten, der Rezensent denkt dabei an das Trutzlied nach Heyse oder an den Text vom Grafen und der Nonne, ein Titel wie aus einem Groschenroman, aber von Musik übergossen, die ihn adelte.

Man lernte einen weitgehend unbekannten Komponisten kennen, den man gerne öfters hören wollte; er hat ja auch große Werke geschrieben: Oratorien, Kantaten, Sinfonien, dies alles in Formen einer beherrschten Romantik.

Man ging froh nach Hause

Den Memminger Meisterkonzerten ist das Kennenlernen dieses Meisters zu danken; man hat die Musik gerne gehört, das Verlangen nach einer Zugabe hat dies ja auch bewiesen: Es gab dafür noch ein Tanzlied, von den Künstlern so gut wie am Anfang gesungen. Man ging froh nach Hause, im Herzen eine Musik tragend, die einen nicht so schnell loslässt.

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