Waltenhofen
In Waltenhofen soll es keine Windkraftanlagen geben

Waltenhofen ist im Ausschlussgebiet für Windkraftanlagen und will es auch bleiben. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung votierte die große Mehrheit der Räte (drei Gegenstimmen) für eine Beibehaltung der bisherigen Regelung.

l Hintergrund: Der regionale Planungsverband hat Ausschlussgebiete für große Windkraftanlagen festgelegt. Alle Gemeinden südlich von Kempten sind in diesem Gebiet. Jetzt fragt der Verband bei den Gemeinden nach, ob diese Einteilung weiterhin gelten soll. Hintergrund ist die Peesa-Studie (Potenziale erneuerbarer und effizienter Stromerzeugung). Sie war 2008 vom Stromversorger AÜW präsentiert und vom Fraunhofer Institut erstellt worden. Sie zeigt unter anderem auf, wo im Oberallgäu geeignete Standorte für Windkraftanlagen wären. Das AÜW hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2018 den Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energien von 25 auf 40 Prozent zu steigern.

l Vorschlag: Gemeinderat Heinz Möschel appellierte, nicht nur über CO2-Sparen zu reden, sondern aktiv zu werden. Der Stoffelberg - in der Peesa-Studie als einziger lohnender Standort für eine Windkraftanlage ausgewiesen - scheide wegen seiner landschaftlich reizvollen Lage (auch Landschaftsschutzgebiet) aus. Jetzt sollte man aber andere Gebiete im nordwestlichen Gemeindegebiet prüfen und eventuell mögliche Vorbehaltsflächen ausweisen. So hätte man selbst die Zügel in der Hand für weitere Planungen.

l Argumente dazu: Im touristisch geprägten südlichen Waltenhofen seien hohe Anlagen störend, argumentierten Alfons Stöberl und Otto Hörmann.

Boris Schuster wies hingegen auf eine Studie hin: 27 Prozent der Urlauber hätten darin Windkraftanlagen, aber 67 Prozent große Strommasten als störend eingeschätzt. Peter Nessler betonte, die Gemeinde habe ihre Stärken bei heimischem Holz, Sonnenenergie und in der Wasserkraft, aber nicht bei der Windkraft. Roman Völk regte an, ein Konzept zu regenerativen Energien zu erstellen.

l Was sagt der Bürgermeister? Eckhard Harscher betonte, ein Regionalplan sei kein Werk für die Ewigkeit. Es gebe andererseits derzeit rechtliche Sicherheit. Die Gemeinde sollte deshalb im Ausschlussgebiet für Windkraftanlagen bleiben.

Wollte man bestimmte Gebiete auf eine Eignung für die Windkraft untersuchen lassen - wie von Heinz Möschel vorgeschlagen - dann müsste man seinen Status als Ausschlussgebiet aufgeben. Das wollte die große Mehrheit der Gemeinderäte nicht. Gegen eine Beibehaltung des bisherigen Status quo stimmten Heinz Möschel und Roman Völk (Grüne) sowie Boris Schuster (SPD).

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