Ruderatshofen
In Ruderatshofen zwei neue Feldgeschworene

Sie sind die «Hüter der Grenzen» im Gemeindegebiet und arbeiten eng mit Vermessungsbeamten zusammen: Zwei neue Feldgeschworene vereidigte Bürgermeister Johann Stich in Ruderatshofen. Berufssoldat Richard Kroha und Landwirt Johann Reichenbach wurden in den Gewerbepark Fürgen bestellt, wo das Vermessungsamt derzeit arbeitet.

Kroha und Reichenbach schworen auf Geheiß des Bürgermeisters Treue zum Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und auf die Verfassung des Freistaates Bayern: Damit wird die gewissenhafte und unparteiische Erfüllung der Amtspflicht sowie die Wahrung der Verschwiegenheit versprochen.

Jürgen Königsberger, Leiters des Vermessungsamtes Marktoberdorf, hob die Bedeutung des ältesten kommunalen Ehrenamts hervor: «Auch im Zeitalter von Satellitenvermessung sind die Geschworenen unverzichtbar.» Sei es als Vermittler vor Ort mit der nötigen Ortskenntnis, als Helfer bei der Vermessung oder beim Setzen der Grenzzeichen.

Ihre Wurzeln hätten die Feldgeschworenen in den Feldgerichten des Mittelalters, erläuterte Königsberger. Mit Beginn der Katastervermessung Anfang des 19. Jahrhunderts habe sich diese Aufgabe aber gewandelt. Heute bestehe deren Hauptaufgabe darin, bei amtlichen Vermessungen mitzuwirken und auf den Erhalt der Grenzzeichen zu achten. Der Einsatz von Kroha und Reichenbach werde sich auf das Gemeindegebiet von Ruderatshofen beschränken.

Altes Geheimnis wahren

Die Feldgeschworenen mussten zeitlebens das sogenannte Siebenergeheimnis wahren, führte der Amtsleiter aus. Dieses Geheimnis sei übrigens in die Feldgeschworenen-Ordnung aufgenommen worden.

Danach unterlegen sie beim Setzen eines Grenzzeichens darunter in gewisser Anordnung Tonscherben oder Steine, um so eine mögliche Veränderung des Grenzzeichens jederzeit nachweisen zu können. Denn nur sie wüssten, wie die Steine angeordnet waren. (am)

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