In Pforzen steigt der Wasserpreis

Pforzen | oll | Auf die Haushalte in der Gemeinde Pforzen kommen ab 1. Mai höhere Gebühren für Wasser und Abwasser zu. Bei seiner jüngsten Sitzung beschloss der Gemeinderat mit sieben zu vier Stimmen, nach dem Beispiel vieler Kommunen beim Trinkwasser eine Grundgebühr einzuführen. Diese soll die 'vorherrschende Ungerechtigkeit' zwischen Klein- und Großabnehmern abmildern.

24 Euro pro Anschluss

Laut Beschluss ist künftig für jeden Anschluss eine Grundgebühr von 24 Euro zu entrichten. Der Preis für den Kubikmeter Wasser steigt von derzeit 0,749 auf 0,835 Euro brutto. Der Abwasserpreis wird auf 1,41 Euro erhöht (bisher 1,23 Euro).

Die Erhöhung der Wasser- und Abwassergebühren sei wegen der getätigten Investitionen unausweichlich, sagte Bürgermeister Max Haug. 'Der Preis muss so gerecht wie möglich sein. Es ist nur fair, dass die Erhöhungen noch von diesem Gremium beschlossen und nicht dem neuen Gemeinderat aufgebürdet werden.'

Hans Hartmann, Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Pforzen, erläuterte den Räten die Hintergründe und Zusammenhänge bei der Ermittlung der Gebühren für Trinkwasser. Vor dem Hintergrund der aktuellen Berechnungen stellte er mehrere Varianten künftiger Kalkulationen vor. Er berücksichtigte dabei die Einführung der Jahres-Grundgebühren in Höhe von 24 oder 36 Euro sowie die Verbrauchsmengen von 60 bis zu 2500 Kubikmeter Wasser pro Jahr. Auch er sprach sich für die Einführung der Grundgebühr im Sinne von mehr Gerechtigkeit aus. So erhebe die Stadt Kaufbeuren beispielsweise eine Grundgebühr von 31 Euro. Wie zuvor Bürgermeister Haug hielt er es für vertretbar, dass Singles schlechter, dafür Familien und Großabnehmer - landwirtschaftliche Betriebe etwa - besser gestellt werden. Im Übrigen sei es so, dass der Gesetzgeber und auch der Landkreis von den Kommunen erwarten, dass sie ihre Möglichkeiten zur Deckung ihrer Betriebs- und Investitionskosten ausschöpfen.

In der Diskussion wurde die Grundgebühr nicht in Frage gestellt. Zur Debatte standen deren Höhe, der daraus resultierende Kubikmeterpreis sowie der prozentuale Preisanstieg. So gab Peter Rohrmoser zu bedenken, für den Kleinabnehmer (60 Kubikmeter pro Jahr) bedeute die Neuregelung auf der Basis einer Grundgebühr von 36 Euro einen Anstieg von 90 Prozent. 'Das ist Horror, das können wir nicht machen.' Der Großabnehmer hingegen werde mit nur zehn bis 15 Prozent mehr belastet.

Einladung zu hohem Verbrauch

Herbert Hofer meinte, eine hohe Grundgebühr bedeute eine Einladung zum ungezügelten Wasserverbrauch. Brigitte Schmidt und Thomas de Paly hielten eine Grundgebühr von 24 Euro (zwei Euro pro Monat) für angemessen. Josef Kling meinte, noch bei 30 Euro kämen Großabnehmer zu schlecht weg.

Ohne Diskussion unter den Gemeinderäten wurde der neue Abwasserpreis abgesegnet. Hier gibt es keine Grundgebühr.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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