Marktoberdorf
In Freude auf Fernwärme mischt sich Frust

Gestern Vormittag pünktlich zum Ansturm auf Aldi ging in Marktoberdorfer am Ende der Georg-Fischer-Straße nichts mehr. Ein Schild und wenige Meter dahinter ein Bagger verwehrten die Weiterfahrt. Für die Fernwärmeleitung wurde ein Stichkanal gegraben. Am Mittag war die Einmündung halbseitig wieder befahrbar. Der angestaute Frust bei den Geschäftsleuten in der Straße jedoch blieb.

«Ich habe ein Schreiben bekommen, dass es am nächsten Tag losgeht», ärgert sich Buchhändlerin Johanna Glas über die Kurzfristigkeit der Information. Veronika Burger, Wirtin des gleichnamigen Gasthauses, ist ebenso sauer. Sie hatte sich darauf eingestellt, dass die Arbeiten erst Ende des Monats starten. Die ursprüngliche Planung sei gewesen, in der Zeit das Gasthaus für ein paar Tage zu schließen. Entsprechend habe sie das Personal eingeteilt.

Problematisch könne es auch am kommenden Freitag werden. An diesem Tag haben die CSU am Nachmittag und die Bayernpartei am Abend ihre Hauptkundgebungen. Veronika Burger rechnet mit regem Betrieb, «aber ich weiß ja gar nicht, wo die Leute parken sollen».

Die Leitung in der Georg-Fischer-Straße soll bis vor zur Sparkasse reichen, berichtet Jens Krause, Bauleiter bei der ausführenden Firma Hubert Schmid. Wie lange die Arbeiter in welchem Abschnitt tätig sind, lasse sich nicht exakt sagen. «Das kommt auf die Unwägbarkeiten an. Deshalb gibt es auch keinen detaillierten Zeitplan.» Nur so viel stehe fest: Bis Ende Oktober soll die Leitung im Boden liegen.

Das hänge mit der bevorstehenden Umgestaltung der Bahnhofstraße zusammen, erklärt Angelika Reichelt, Geschäftsführerin der Fernwärmegenossenschaft. Die Georg-Fischer-Straße müsse bis dahin wieder offen sein.

Aufgrund der Erfahrung mit der Bahnhofstraße, wo sich die Arbeit wegen fehlender Formstücke für die Hausanschlüsse - sie müssen individuell angepasst werden und haben entsprechende Lieferzeiten - verzögerte, wollte man mit der Georg-Fischer-Straße erst beginnen, wenn alle Teile eingetroffen seien. Und das sei nun der Fall.

Wie auf einer Insel

Obwohl auch er die Fernwärme nutzen will, sieht Erich Hiemer vom Café Greinwald dem Bau etwas mit Grausen entgegen: «Dann bin ich ja auf einer Insel.» Weil für einige Zeit die Georg-Fischer-Straße vor seiner Haustür gesperrt sein wird und wegen Kanalbauarbeiten auch der Birkenweg, bliebe für die Gäste nur die Anfahrt über die Jahnstraße. Auf der jedoch besteht, mit Ausnahme der Parkbuchten, absolutes Halteverbot.

«Mal sehen, wie das noch alles wird», sagt er. Er ist nicht der einzige, der so denkt.

Johanna Glas kann den Ärger verstehen. Sie selbst sieht das Ganze jedoch etwas gelassener. Ihr sei zwar klar, dass sie mit Behinderungen rechnen müsse. Jedoch sei ihr zugesichert worden, dass der Lieferverkehr trotzdem ihre Buchhandlung erreichen könne.

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