Kempten
In die Nacht der Kirchen fällt das Licht des Glaubens

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Eine breite Vielfalt religiöser Ausdrucksmöglichkeiten schöpfte die Nacht der Kirchen in Kempten aus. Das abwechslungsreiche Angebot - ob Tanz, Theater, Musik oder Meditation - in zwölf Gotteshäusern stieß überwiegend auf großes Interesse und erntete von den Gläubigen viel Lob.

l Musik: Die gab es in allen Facetten. Von meditativ bis rhythmisch, aber stets mit inhaltlichem Schwerpunkt. Gospels und Spirituals beispielsweise sangen die Chöre Cantamus und Con Brio der altkaltholischen Gemeinde in der Kirche Maria Magdala. Dort begrüßte Pfarrer Michael Edenhofer ein ebenso volles Haus wie in den anderen Kirchen bei dieser Nacht und fand es «ganz toll», dass verschiedene Kirchen zusammenfinden. Dies zeige, dass die Basis viel weiter sei als die Verantwortlichen oben. Mit musikalischer Präzision und ansteckender Begeisterung überzeugten die Thingers-Gospelsingers in Mariä Himmelfahrt.

Der Chor stellte eine moderne Auswahl der christlichen afro-amerikanischen Musik vor und riss sein Publikum mit acapella-Liedern ebenso mit wie mit Songs, die von einer Vielfalt von Instrumenten, vom Saxophon bis zur Trommel, begleitet wurden.

l Gebet, Tanz und Meditation: Sie waren ein weiterer Schwerpunkt dieser Nacht. Ob Gedichte und Lieder zum Glauben hören wie in der Christuskirche, bei Sonanten in der Johanneskirche entspannen, romantischer Musik rund um den Mond in der St.-Mang-Kirche lauschen, Wellness für Körper, Geist und Seele in Christi Himmelfahrt erfahren oder im Taize-Gebet bei tausenden von Kerzen in der Ulrichs-Kirche verweilen - nachdenken war in dieser Nacht bei vielen Besuchern angesagt. Eine wunderschöne Stunde bot zum Beispiel die Pfarrei St. Lorenz in der Basilika.

Den Blick nach vorne gerichtet auf den Altarraum, sich verzaubern lassen von anmutigen Tänzen einer Formation der Ballettschule Pfannenstein-Kustermann und der klaren Stimme von Eva-Maria Hartmann, musikalisch begleitet von Hans Augart lauschen - wer sollte da nicht zu inneren Einkehr und Ruhe finden. Stadtpfarrer Dekan Dr. Michael Lechner gelang es, dies mit einer Bildinterpretation zu untermauern und auf die Geheimnisse des Glaubens aufmerksam zu machen. Eine Stunde zum Entspannen, zum Frieden finden, die von den vielen Besuchern dankbar aufgenommen wurde. Der Regenbogen als Symbol für die Vielfalt der Schöpfung trug die Besucher der katholischen St. Hedwig- und der evangelischen Markuskirche durch den ökumenischen Abend. Die Kleinen des Markuskindergartens lauschten nicht nur den Geschichten und Gedanken von Pfarrerin Sonja von Kleist und Pfarrer Ruppert Ebbers.

Sie verbanden die beiden Kirchen auch miteinander, indem sie den Weg von der Hedwig- zur Markuskirche mit Tüchern in Regenbogenfarben schmückten.

l Theater: In romantisches blau-violettes Licht war die St.- Mang-Kirche getaucht, in der das Foucaultsche Pendel die Besucher faszinierte und zu naturwissenschaftlichen Diskussionen anregte. Unter der Mondkugel entfalteten unter anderen Galileo, Abraham, eine Pfarrerin und ein Astronaut einen die Jahrhunderte übergreifenden Diskurs über Gott und die Welt, den sich Pfarrerin Jutta Martin hatte einfallen lassen. Die philosophische Debatte setzten Marlies Gampert, Frank Müller, Jörg Dittmar, Thomas Öder, Dr. Hans-Peter Fischer und Jutta Martin mit schauspielerischem Elan in Szene.

Ein wenig litt das Verständnis unter den schwierigen akustischen Bedingungen, dennoch regte das Stück über den Wandel der Weltanschauungen zum Nachdenken an und ließ weder Humor noch Esprit vermissen.

Weitere Fotos www.all-in.de/bilder_videos/

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