Allgäu
In der Krise kündigen Betriebe zuerst den Jungen

Die Arbeitslosenquote im Bezirk der Arbeitsagentur Kempten ist im Juli mit 4,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat unverändert geblieben. Dies bewertet Jürgen Traut, der operative Geschäftsführer, als erfreulich. Die Arbeitslosenzahl dagegen ist um 1,7 Prozent auf 10307 Arbeitslose gestiegen.

Überproportional angewachsen ist laut Traut vor allem die Zahl der Arbeitslosen bis 25 Jahre. Um genau zu sein, hat sie sich im Vergleich zum Vorjahresmonat verdoppelt. 1627 Personen unter 25 Jahren waren im Juli 2009 ohne Arbeit, das sind 290 mehr als noch im Juni. «Zum einen ist dieser Anstieg konjunkturell bedingt», sagt Traut, «2008 war ein gutes Jahr. Viele Betriebe suchten händeringend nach Mitarbeitern und so wurden viele Junge eingestellt, sogar ohne Ausbildung. Nun ist der Markt zusammengebrochen und diese Altersgruppe wird als erstes wieder gekündigt.» Der Grund dafür sei, dass der Kündigungsschutz nach der kurzen Zeit lockerer ist und eventuelle Abfindungen wesentlich niedriger sind, als bei Mitarbeitern mit langer Betriebszugehörigkeit.

Schule und Ausbildung enden

Traut bestätigt aber auch, dass der Juli isoliert betrachtet werden muss. «In diesem Monat laufen viele Ausbildungen aus und die Betriebe übernehmen Azubis nicht mehr. Außerdem enden die Schulausbildungen und viele haben keine Anschlussbeschäftigung». So seien mehr als die Hälfte der 290 unter 25-Jährigen ohne Anstellung auf die saisonalen Bedingungen zurückzuführen.

Überproportional gestiegen ist laut Traut auch die Zahl der Arbeitssuchenden. 519 Personen mehr als im Vormonat haben noch ein Beschäftigungsverhältnis, suchen aber schon Anschlussarbeit wegen einer baldigen Kündigung. «Diese Zahl ist immer schon eine Prognose für die Entwicklung der Arbeitslosenzahl. Wir können also davon ausgehen, dass bei diesem enormen Wachstum die Arbeitslosigkeit eher steigen wird», so Traut.

Stabil geblieben ist dagegen der Bestand der offenen Stellen. Gesucht werden laut Traut weiterhin vor allem ausgebildete Fachkräfte im Gesundheitswesen und der Tourismus- und Gastronomiebranche.

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