Oberallgäu
Impfung: Der praktische Ablauf ist noch unklar

Voraussichtlich ab nächster Woche ist der Impfstoff gegen die Schweinegrippe verfügbar - doch wer dann wie und wo geimpft werden soll, ist noch längst nicht klar. «Man kann wenig über den praktischen Ablauf sagen», erklärt Arzt Boris Ott, der eine Praxis in Blaichach betreibt und auf (Reise-) Impfungen spezialisiert ist. «Das Ganze liegt noch so in den Geburtswehen, dass man nicht sagen kann, ob es ein Junge, ein Mädchen oder Zwillinge werden», fügt er scherzhaft hinzu. Über die Verteilung des Impfstoffs kann Ott nur spekulieren: «Ich vermute, dass die Impfdosen in einer oder mehreren Apotheken gelagert werden und dann auf Zuruf verteilt werden.» Die «alltäglichen Kleinigkeiten» seien noch nicht geklärt, sagt er.

In seiner Praxis wird er oft von Patienten zu dem Thema angesprochen. Ott hat dabei eine «nicht besonders große Akzeptanz» der Schweinegrippen-Impfung beobachtet. Verunsichert seien die Menschen vor allem, wenn sie über mögliche Nebenwirkungen oder bedenkliche Zusatzstoffe in den Impfungen gelesen haben.

Muskelschmerzen bis Schwellungen

Diese Zusatzstoffe - etwa solche, die die Wirkung verstärken sollen - sieht Dr. Ott durchaus kritisch: Von Muskelschmerzen bis zu Schwellungen seien Nebenwirkungen möglich. Und: Nebenwirkungen seien etwa doppelt so häufig wie bei der normalen Grippeimpfung. Er selbst hält die «normale» Influenza für gefährlicher als die Schweinegrippe. Von Letzterer seien häufig junge Menschen betroffen und sie verlaufe meist milde.

Zur Diskussion um die Zusatzstoffe sagt Arndt Botzenhardt, Sprecher der Apotheker im Oberallgäu, dass es «schwierig ist, die Risiken einzuschätzen». Diskussionen gebe es immer, wenn Neuland betreten wird. Allerdings ist ihm die Meldung, dass Bundespolitiker einen anderen Impfstoff bekommen sollen als die Allgemeinbevölkerung, aufgefallen. Zum Ablauf erklärt Botzenhardt, dass die Impfstoffe zu 500 Stück an die Apotheken geliefert werden - alle Apotheken seien zu einer 24-Stunden-Verfügbarkeit verpflichtet. Ob er sich selbst impfen lassen wird? Botzenhardt: «Wenn ich einen Abnehmer für die übrigen 499 Impfdosen habe, ja».

Dr. Andreas Baumgarten, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Oberallgäu, weist darauf hin, dass die Kliniken Oberallgäu gut vorbereitet seien auf mögliche schwere Fälle von Schweinegrippe. Allerdings betont er, dass Grippe-Patienten in der Regel ambulant behandelt werden. Bisher habe es noch keinen Fall gegeben.

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