Marktoberdorf
Impfstoff im Übermaß

Es ist ruhig geworden um die «Schweinegrippe». In den Medien wird kaum noch über Neuerkrankungen berichtet und auch die Impfung dagegen wird nur noch selten nachgefragt. Obwohl die Pharmaindustrie bis vor wenigen Wochen nicht ausreichend Impfstoff produzierte, liegen nun viele Impfdosen ungebraucht in den Regalen der Apotheken.

Impfstoff für 500 Patienten

Wie beispielsweise in der Marktoberdorfer Arnica-Apotheke. Hier lagern laut Apotheker Enno Peppmeier momentan noch rund 80 Prozent der ursprünglich bestellten Menge. Doch inwieweit wird die mangelnde Nachfrage nach Impfstoff für die Apotheken nun zum Problem? «Für uns stellt die Aufbewahrung der bereits bestellten Ware kein Problem dar. Wir lagern momentan zwar 500 Dosen in unserem Kühlschrank, aber die Kosten tragen nicht wir, sondern die Landesregierung, die diesen Impfstoff bestellt hat», erklärt Martin Jorky, Inhaber der Marktoberdorfer Hubertus-Apotheke.

Das war nicht immer so. Anfangs mussten die Apotheker den bestellten Impfstoff auch selbst bezahlen. Da zunächst die Nachfrage stockte, der Impfstoff gleichzeitig jedoch nur als Großpackung mit 500 Impfdosen bestellt werden konnte, waren kurzfristige Absprachen zwischen Arzt und Apotheker nötig, um nicht auf dem teuren Impfstoff sitzen zu bleiben.

Dann jedoch wendete sich das Blatt: Die Zahl der Erkrankten stieg und die Nachfrage nach der Impfung schoss bundesweit derart in die Höhe, dass der gesamte Impfstoff innerhalb kurzer Zeit ausverkauft war. Zugleich wurde auch die Bezugsart des Impfstoffes für die Apotheken geändert: Sie erhalten den Impfstoff zwar wie bisher über den Großhandel, müssen ihn jedoch nicht käuflich erwerben. Er bleibt bis zur Abgabe an die Hausärzte im Besitz der jeweiligen Landesregierung.

«Diese Änderung war für uns Apotheker sehr wichtig, da wir so Impfstoff vorrätig haben können, ohne mögliche finanzielle Verluste im vierstelligen Bereich in Kauf nehmen zu müssen», betont Apotheker Peppmeier. Deshalb sind die Apotheken keinem unmittelbaren Kostenrisiko mehr ausgesetzt. Auch dann nicht, wenn - wie momentan - bestellte Impfdosen im Regal liegen bleiben.

«Wir sind sogar froh, dass wir noch Impfstoff auf Vorrat haben. Denn das Problem bei derartigen Grippewellen liegt vor allem in ihrer geringen Planbarkeit. Es gibt extrem kurze Vorlauf- und Vorwarnzeiten. Durch unseren Vorrat können wir im Fall einer neuen Erkrankungswelle schnell reagieren», betont Martin Jorky.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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