Impfstoff auch im Oberallgäu knapp

Von silvia Reich-Recla und Hans-Christian Rudolf | Oberallgäu Zecken sind Blutsauger. Die Spinnentiere krabbeln im Gebüsch oder hangeln sich an Grashalmen hoch. Streift ein Säugetier (oder Mensch) ihren Aufenthaltsort, dann springen sie über, um sich von dessen Blut zu ernähren. Zecken können unter Umständen Krankheiten übertragen. Gefürchtet sind vor allem Borreliose und FSME, eine Hirnhauterkrankung. Gegen diese gibt es einen Impfstoff. Nur: Er ist knapp geworden. Auch im Oberallgäu.

'Der Impfstoff ist zurzeit nicht lieferbar', erklärt Arndt Botzenhardt, Sprecher des Apothekerverbands im Oberallgäu. Die Hersteller waren nicht auf die ungewöhnlich große Nachfrage nach dem aufwändig herzustellenden Impfstoff eingestellt. 'Sie haben aber zugesagt, dass er Ende Juni, Anfang Juli wieder zur Verfügung steht.' Ähnlich ist es in Kempten. 'Meine Bestellung lässt wohl bis Ende Juni auf sich warten', sagt Ludwig Pfefferle, Sprecher der Kemptener Apotheken.

Panik wegen des knappen Impfstoffes sei aber nicht angebracht. 'Ich halte das nicht für dramatisch', erklärt Botzenhardt. Denn die meisten anstehenden Impfungen seien Zweitimpfungen. Und die können ohne Wirkungsverlust auch Ende Juni oder Anfang Juli verabreicht werden. Die dritte Impfung sei dann neun bis zwölf Monate nach der Erstimpfung an der Reihe.

Außerdem gilt das Oberallgäu offiziell nicht als FSME-Endemiegebiet, fügt Pfefferle hinzu. Was das konkret bedeutet? 'Wer im Allgäu bleibt und von einer Zecke gebissen wird, der wird sich wohl nicht mit FSME infizieren,' sagt Pfefferle.

Dr. Joachim Haas, Sprecher des ärztlichen Kreisverbands Kempten, untermauert die Aussage: 'Es ist kaum denkbar, dass jemand nach einem Zeckenbiss im Oberallgäu an FSME erkrankt.' Dass die Region nicht als FSME-Risikogebiet gilt, liege unter anderem an der Meereshöhe. Über 600 Meter würden infizierte Zecken kaum vorkommen. Haas: 'Eine Empfehlung für eine Impfung gegen FSME bekommt derjenige, der hier bleibt und nicht wegfährt, von mir nicht.'

Für diejenigen aber, die das Allgäu für Reisen oder Verwandtenbesuche verlassen, ist eine Impfung zu empfehlen, sagt Apotheker Botzenhardt. Das gelte besonders für Kinder, die auch im Unterholz oder hohen Gras herumlaufen. 'Die Impfung hält drei Jahre. Und wenn man nicht sicher weiß, wo sich die Kinder aufhalten, dann halte ich die Impfung schon für sinnvoll.'

Auch wenn das Oberallgäu bisher von FSME nicht betroffen war, so ist laut Botzenhardt bei einem Zeckenbiss doch die Gefahr der Übertragung von Borrelien zu beachten. Wer gebissen wurde, sollte im Zweifelsfall einen Arzt aufsuchen.

Informationen im Internet:

www.lgl.bayern.de/gesundheit/fsme_risikogebiete.htm

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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