Unterallgäu
Impfen oder nicht: Jetzt sind die Landwirte in der Pflicht

Die Abschaffung der Impfpflicht gegen die Blauzungenkrankheit bei Rindern findet Beifall bei Landwirten, beim Bauernverband sowie bei den Landräten. In einer gemeinsamen Erklärung der vier Allgäuer Landräte Johann Fleschhut, Gebhard Kaiser, Elmar Stegmann und Hans-Joachim Weirather heißt es nach der Entscheidung des Bundesrates, wonach die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit ab diesem Jahr freiwillig ist: «Die laufenden Verfahren auf Verwaltungs- und Gerichtsebene wegen nicht durchgeführter Impfungen können damit schnell und unbürokratisch beendet werden.»

Mit diesen Worten fasst Johann Fleschhut (Ostallgäu) die Meinung seiner Kollegen zur neuen Rechtslage zusammen. Es habe sich bewährt, den Vollzug der erteilten Zwangsgeldbescheide bis zur jetzigen Entscheidung zurückzustellen. Wie berichtet hatte der Bundesrat auf Antrag der Bundesländer Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein entschieden, dass die bisherige Pflichtimpfung gegen die Blauzungenkrankheit ab 2010 freiwillig wird. Auch im Unterallgäu hatten einige Landwirte die gesetzlich vorgeschriebene Impfung verweigert. Als staatliche Behörden waren die Landratsämter gehalten, gegen diese «Impfverweigerer» mit Maßnahmen, wie zum Beispiel Zwangsgeldern, vorzugehen.

Obwohl nun in Zukunft jeder Landwirt selbst entscheiden kann, ob er aus Sorge um seine Tiere oder aus wirtschaftlichen Gründen die Impfung vornehmen lässt, ist noch immer eine größere Zahl von Verwaltungsverfahren und Gerichtsprozessen am Laufen. Eine große Mehrheit von 98 Prozent der Landwirte ließ in den Jahren 2008 und 2009 im Ostallgäu gegen die Blauzungenkrankheit impfen. Im Unterallgäu waren es 95 Prozent. Die Impfung wird seitens des Ministeriums auch weiter empfohlen.

Im Unterallgäu hatten laut Landratsamt im Sommer noch 150 Bauern die Impfung abgelehnt. Bereits im Mai legten die zehn schwäbischen Landräte fest, für jedes nicht geimpfte Tier ein Zwangsgeld von 25 Euro einzutreiben. Darüber regte sich unter den betroffenen Bauern Unmut. Eingetrieben wurde das Geld dann aber nicht.

Der Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Helmut Mader, sagte, «wir akzeptieren die Freiwilligkeit». Der BBV hoffe trotzdem, dass möglichst viele Landwirte ihre Tiere weiter impfen lassen. Nur so könne die Krankheit im Griff gehalten werden. Im anderen Falle droht den Allgäuer Bauern in ihren Viehställen ein großes Problem in ein bis zwei Jahren, fürchtet Mader.

Für Vermarktung in andere Länder Nachweis erforderlich

Für die Vermarktung von Kälbern und Kühen in andere Länder ist in vielen Fällen nach wie vor ein Impf-Nachweis erforderlich, so der BBV-Kreisgeschäftsführer. Wer also nicht mehr impfen lässt, erleidet womöglich wirtschaftliche Nachteile. Die Impfkritiker unter den Bauern haben sich in der Interessengemeinschaft für gesunde Tiere (IGGT) zusammengeschlossen.

Sie halten sowohl die Impfaktionen gegen die sogenannte Schweinegrippe als auch gegen die Blauzungenkrankheit für nichts anderes als von der Pharmaindustrie gesteuert.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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