Kripo-Jahresbilanz
Immer mehr Kriminelle betrügen über das Internet

Immer mehr Kriminelle nutzen das Internet, um Straftaten zu begehen. Deutlich wird dieses Kriminalitätsphänomen etwa an der starken Zunahme der im Allgäu erfassten Betrugsdelikte. Ihre Zahl stieg im vergangenen Jahr um nahezu 90 Prozent auf 585 registrierte Fälle. Dies geht aus dem Jahresbericht der Allgäuer Kriminalpolizei hervor. Gleichwohl sprach der Allgäuer Kripo-Chef Albert Müller von einem «erfolgreichen Jahr». Den Ermittlern gelang es, über drei Viertel (76,1 Prozent) aller 2485 Straftaten aufzuklären. Damit liegen die Allgäuer Kriminalisten deutlich über der gesamtbayerischen Aufklärungsquote (64, 6 Prozent).

Im Zuständigkeitsbereich der Allgäuer Kripo (ganzes Allgäu mit Ausnahme der Stadt Memmingen und dem Unterallgäu) ereigneten sich im vergangenen Jahr 18 Fälle von Mord oder Totschlag - und alle Delikte wurden aufgeklärt. «Damit liegt die Aufklärungsquote in diesem Bereich seit zehn Jahren ununterbrochen bei 100 Prozent», sagt Müller. Das letzte ungeklärte Tötungsdelikt datiert aus dem Jahr 1996 (der sogenannte «Joker-Mord» in Kempten).

Seit dem Jahr 2009 ist das Kommissariat für Wirtschaftskriminalität der Kripo Kempten zentral zuständig für derartige Delikte im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Im Jahr 2010 führten die Kripobeamten 371 Wirtschaftsstrafverfahren mit einem Gesamtschaden von etwa 15,6 Millionen Euro. «Die Ermittlungen in solchen Fällen sind umfangreich und der Schaden oft immens», sagt Andreas Erb, zuständig für Betrugsdelikte und Wirtschaftskriminalität.

Dies verdeutlicht beispielsweise ein zwei Jahre andauerndes Ermittlungsverfahren gegen zwei Geschäftsführer einer Firma aus Kaufbeuren. Um die in finanzielle Schieflage geratene Firma mit frischem Kapital zu versorgen, gründeten die beiden im Ausland Firmen, die neue Geldgeber mit falschen Gewinnversprechungen anwarben. Und auch 488 Lieferanten der Firma wurden betrogen. Insgesamt entstand ein Schaden von 1,6 Millionen Euro. Das Verfahren wurde 2010 abgeschlossen. Die Täter erwartet eine mehrjährige Haftstrafe.

«Die links motivierten Straftaten sind 2010 deutlich angestiegen», sagt Michael Estenfelder, zuständig für den Bereich Staatsschutz. Derartige Delikte bildeten im vergangenen Jahr einen Schwerpunkt in der Arbeit der Kripobeamten.

Vor allem ging es um sogenannte Propagandadelikte, wie ein Fall aus dem Ober- und Ostallgäu: Mehrere Jugendliche und Heranwachsende aus der Punkerszene sprühten immer wieder linke Parolen an Gebäude, Brückenunterführungen oder Trafohäuschen und richteten einen Schaden von fast 10000 Euro an. «Relativ ruhig» geworden ist es um die rechte Szene, der im Allgäu noch 20 Sympathisanten zugerechnet werden. Die Polizei führt dies unter anderem auf konsequente Kontrollen aber auch auf Aufklärungsarbeit zurück. So gibt es etwa seit 2009 die Bayerische Informationsstelle gegen Extremismus (BIGE). Im Internet:

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