Nachgefragt
Immer mehr Einbrüche im Allgäu?

Nachgefragt bei Kriminalhauptkommissar Thorsten Ritter Ist die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle im vergangenen Jahr gestiegen? Thorsten Ritter: Im Vergleich von 2010 auf 2011 kam es im Bereich der Wohnungseinbruchskriminalität für den Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West zu einer Steigerung von 249 auf 286 Fälle (plus 14,9 Prozent). Bundesweit waren es 9,3 Prozent. Im Vergleich zu anderen Regionen sind die Bürger im Bereich unserer Polizeipräsidiums unterproportional vom Phänomen der Einbruchskriminalität betroffen.

Wie sah es vor zehn Jahren aus?

Ritter: Im Jahr 2001 belief sich die Zahl der Wohnungseinbrüche bei 229 Fällen. Für 2012 kann aktuell im Vergleich zum Vorjahr ein rückläufiger Trend festgestellt werden.

Wie sieht die Aufklärungsquote in diesem Bereich aus?

Ritter: Die Aufklärungsquote 2011 lag bei 15,4 Prozent, bundesweit bei 16,2 Prozent. Hintergrund ist die Tatsache, dass es bei dem Täterklientel oftmals um überregionale, sehr mobile Tätergruppierungen handelt. Zudem wird der Einbruch durch die Geschädigten oftmals mit einer großen zeitlichen Verzögerung bemerkt, entsprechende Fahndungsmaßnahmen werden dadurch erschwert. Fehlende Augenzeugen und ein mangelndes Spurenaufkommen machen die Ermittlungsarbeit der Polizei zudem nicht leichter.

Welches sind die wichtigsten Hinweise, wie man sich vor Einbruchdiebstählen schützen kann?

Ritter: 'Gelegenheit macht Diebe' – diese Redensart hat an Bedeutung nichts verloren. Die meisten Täter kommen durch die Wohnungstüre oder durch Fenster, Balkon- oder Terrassentüren. Geeignete Sicherungsmaßnahmen und ein erhöhtes Sicherheitsbewusstsein reduzieren die Gefahr, Opfer eines Einbruchs zu werden.

Beispielsweise sollte man auch bei kurzer Abwesenheit die Fenster und Türen schließen und die Haustüre nicht nur ins Schloss ziehen. Eine ausreichende Beleuchtung des Grundstücks und der Wohnung, gekoppelt mit einer Zeitschaltuhr bei Abwesenheit, schreckt Einbrecher oftmals ab.

Ein Fremder sollte nicht erkennen können, dass das Anwesen, wenn auch nur kurzzeitig, leer steht. Kauf und Einbau geprüft werden. Eine wachsame Nachbarschaft tut das übrige dazu. Die Beratungsstellen, die bei der Kripo Kempten, Memmingen und Neu-Ulm eingerichtet sind, geben Auskunft oder im Internet unter www.polizei-beratung.de

Empfehlen Sie Versicherungen?

Ritter: Eine Versicherung kann dazu beitragen, den finanziellen Schaden so gering als möglich zu halten, jedoch bleibt meist das gestörte Sicherheitsgefühl zurück, da Fremde in die Privatsphäre eingedrungen sind. Deshalb sollten man vorbeugen, um die Gefahr so gering wie möglich zu halten.

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